Im zweiten Anlauf Wetterglück für Bregenzer „Butterfly“

23. Juli 2022

Beim zweiten Versuch starb auch Madame Butterfly im See © APA/STIPLOVSEK DIETMAR

Beim zweiten Anlauf hatten die Bregenzer Festspiele Glück mit dem Wetter: Nachdem am Mittwoch die Uraufführung von Giacomo Puccinis „Madame Butterfly“ auf der Seebühne witterungsbedingt abgesagt werden musste, konnten rund 7.000 Besucher die gesamte Vorstellung weiter verfolgen Freitag. Abend. Obwohl die Seebühne nie wieder ganz trocken war, drohte ein Umzug ins Festspielhaus nicht. Die Gäste dankten dem Ensemble mit Standing Ovations für einen sehr gelungenen Opernabend.

Nach einem wahnsinnig heißen Sommertag mit über 30 Grad zogen kurz vor Vorstellungsbeginn die Wolken auf, verdeckten die Sonne und nahmen den Gästen auf der Seebühne das Erlebnis eines Sonnenuntergangs am Bodensee. Die ersten Regentropfen nach nur 15 Minuten um 21:30 Uhr irritierten weder die Künstler – Barno Ismatullaeva glänzte erneut in der Hauptrolle des Cio-Cio-San, Edgaras Montvidas gab einen starken BF Pinkerton – noch das Publikum Sorgen bereitete allerdings das Niederschlagsradar: Starkregenfronten zogen sowohl westlich als auch östlich von Bregenz vorbei. Aber die Aufführung auf der Seebühne blieb ruhig. Kurz nach 22:00 Uhr packten die meisten Gäste ihre mitgebrachte Regenausrüstung aus, die aber nur kurz gebraucht wurde. Außerdem hat uns der ganz leichte Regen in der letzten halben Stunde nichts ausgemacht.

Besucher des Festivals konnten sich an einer szenischen Darstellung des Sees aus „Madame Butterfly“ erfreuen. Auch in der zweiten Hälfte ist die Inszenierung weniger spektakulär als bei früheren Produktionen des Festivals, aber sehr ästhetisch. Es ist auch das Spiel mit dem Licht, das Michael Levines Szenografie, ein Stück „Papier“ von 1.340 Quadratmetern, in immer neue Stimmungen und Kontexte taucht. Ganz verzichtet wird natürlich nicht auf das Spektakel. So betritt Prinz Yamadori (Omer Kobiljak) das Stück in einer Art Sänfte, die im Wasser um die schwimmende Bühne herumgetragen wird. Als Madame Butterfly am Ende stirbt, werden Flammen über die Bühne projiziert, die am oberen Ende der Bühne – das Blatt Papier ist verbrannt – zu einem echten Feuer wird.

Der Abbruch der Eröffnung der Seebühne am Mittwoch war eine Premiere in der jüngeren Geschichte des Festivals. Das habe es in der jüngeren Geschichte des Festivals noch nicht gegeben, teilte das Festival der APA mit. 1997 musste die Uraufführung von „Porgy and Bess“ von Anfang an im Festspielhaus stattfinden. 2010 wurde die Wiederaufnahme von „Aida“ nach 90 Minuten nach drinnen verlegt. Bis zum Ende der 76. Bregenzer Festspiele steht „Madame Butterfly“ 24 Mal auf dem Programm, inklusive Samstag.

„Madame Butterfly“ von Giacomo Puccini bei den Bregenzer Festspielen. Musikalische Leitung der Wiener Symphoniker: Enrique Mazzola/Yi-Chen Lin, Dirigent: Andreas Homoki, Bühnenbild: Michael Levine, Kostüme: Antony McDonald. Darsteller Cio-Cio-San – Celine Byrne/Elena Guseva/Barno Ismatullaeva, Suzuki – Claudia Huckle/Aytaj Shikhalizada/Annalisa Stroppa, Kate Pinkerton – Hamida Kristoffersen/Sabine Winter, BF Pinkerton – Edgaras Montvidas/Otar Jorjikia/Łukasz Sharples – Brian Mulligan /Brett Polegato/Yngve Søberg, Goro – Michael Laurenz/Taylan Reinhard, Prinz – Yamadori Omer Kobiljak/Patrik Reiter, Onkel Bonzo – Levente Páll/Stanislav Vorobyov, Reichskommissar – Unnsteinn Árnason. Weitere Vorstellungen vom 22. bis 24. und vom 26.-31. Juli und vom 2. bis 7., 9., 11. bis 14., 16., 17. und 19. bis 21. August. www.bregenzerfestspiele.com

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