Inflationsdaten stützen den DAX um 8,6 Prozent im November

Marktbericht

Stand: 30.11.2022 18:27

Eine leichte Entspannung der Verbraucherpreise verhalf dem DAX zu einem positiven Monatsabschluss. Der November brachte den Anlegern enorme Gewinne.

Der DAX schloss den heutigen Handelstag mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent. Damit betrug der Zuwachs des ersten deutschen Index im November rund 8,6 Prozent. Saisonal ist der November oft ein guter Börsenmonat. Allerdings verweisen die HSBC-Analysten auf die ungewöhnlich lange „Schönwetterperiode“ des DAX, die mittlerweile mehr als acht Wochen andauere. So etwas hat das Aktienbarometer in seiner gesamten Geschichte seit 1988 erst fünf Mal geschafft. „Es gab noch nie mehr als zehn positive Wochen in Folge. Das zeigt, wie außergewöhnlich die aktuelle Erholungsserie ist.“

An der Börse kamen die aktuellen Verbraucherpreisdaten aus der Eurozone gut an. Denn die Inflationsrate in der Eurozone ist erstmals seit mehreren Monaten wieder gesunken. Volkswirte hatten mit 10,4 Prozent gerechnet. Der leichte Rückgang gegenüber dem bisherigen Rekordniveau dürfte jenen Währungsbeobachtern der Europäischen Zentralbank (EZB) Argumente liefern, die bei der nächsten Zinssitzung am 15. Dezember eine etwas weniger abrupte Zinserhöhung befürworten.

Die US-Börsen sind unentschlossen

Die New Yorker Aktienmärkte sind tendenziell gemischt. Leichte Rückgänge des Dow Jones werden durch leichte Kursgewinne bei Technologiewerten ausgeglichen. Die heutigen Wirtschaftsdaten zeichnen ein gemischtes Bild. Obwohl die US-Wirtschaft im Sommerquartal mit 2,9 Prozent schneller als erwartet gewachsen ist, haben US-Unternehmen im November weit weniger Arbeitsplätze geschaffen als erwartet Unter dem Strich wurden nur 127.000 Stellen geschaffen, wie der Personaldienstleister ADP mitteilte.

Neue Impulse erwarten die Anleger heute Abend auch von einer Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell, die Hinweise auf weitere geldpolitische Schritte geben könnte. Um 20 Uhr erscheint dann das Beige Book, der Wirtschaftsbericht der Fed.

Wirtschaftsupdate vom 30.11.2022

Stefan Wolff, Personal, 30.11.2022 09:56 Uhr

Er macht sich immer noch Sorgen um China

Die Finanzmärkte bleiben durch die Situation in China verunsichert. Jüngste Umfragen zeigen, dass sich die Stimmung in der chinesischen Wirtschaft verschlechtert hat. Die Wirtschaftstätigkeit bleibt angesichts der Corona-Rekordzahlen mit Blockaden und den jüngsten Protesten auf Schrumpfungskurs.

Der Euro fällt zurück

Die gemeinsame europäische Währung fiel am Nachmittag auf knapp über 1,03 $ zurück. Dies könnte eine späte Reaktion auf die leicht gesunkene Inflationsrate in der Eurozone sein, die tendenziell eher zu Zinssenkungen durch die EZB führt.

Ölpreise steigen

Am frühen Abend kostet ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent 85,36 ​​$. Das sind 1,5 Prozent mehr als gestern. Der Markt erklärt den Anstieg der Ölpreise auch mit den jüngsten Entwicklungen bei den Ölreserven in den USA. Die Rohöllagerbestände sind in der vergangenen Woche überraschend stark gesunken. Sie fielen im Vergleich zur Vorwoche um 12,6 Millionen Barrel. Im Durchschnitt hatten Volkswirte nur mit einem Minus von 3,1 Millionen gerechnet.

Außerdem ist der Ölmarkt vor dem Treffen der Ölallianz OPEC+ am Sonntag nervös. Die Mitgliedsstaaten des Ölkartells und andere große Förderstaaten wie Russland sind in der OPEC+ organisiert. Vor kurzem gab es Marktspekulationen, dass die OPEC+ das Produktionsvolumen unverändert lassen könnte.

Bald Bitcoin irrelevant?

Bitcoin könnte sich heute über 16.800 $ stabilisieren. Die Europäische Zentralbank hat heute eine scharfe Attacke auf die Kryptowährung veröffentlicht: Laut zwei hochrangigen EZB-Experten ist Bitcoin nach weiterem Kursverfall nach der FTX-Pleite auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit. Bitcoin-Befürworter hätten auf eine Atempause auf dem Weg zu neuen Höhen vor dem Zusammenbruch von FTX gehofft. „Es war von vornherein klar, dass dies eher ein letztes Aufbäumen auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit war“, heißt es in einem Blogbeitrag von EZB-Chef Ulrich Bindseil und EZB-Berater Jürgen Schaaf, den die EZB heute auf ihrer Website veröffentlichte.

Auf dem aktuellen Niveau ist die führende Kryptowährung seit Jahresbeginn um mehr als 63 Prozent gefallen. Noch im November 2021 hatte er einen Höchststand von rund 69.000 $ erreicht. Die jüngsten Turbulenzen in der Branche hatten weltweit zu Forderungen nach strenger Regulierung geführt. „Da Bitcoin weder als Zahlungssystem noch als Anlageform geeignet erscheint, sollte es regulatorisch auch nicht so behandelt und damit legitimiert werden“, forderten die Urheber der EZB.

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