Politik
Um Kinder, Jugendliche und Familien vor allem am Telefon zu unterstützen, bietet Rat auf Wire jetzt Beratungen auf Russisch und Ukrainisch an. Das Beratungsteam wurde erweitert.
10.08.2022 12.00
Online ab heute, 12.00 Uhr
Dies sei akute seelische Entlastung und psychosoziale Beratung für Flüchtlingskinder, Jugendliche und ihre Betreuer, sagte er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Zu diesem Zweck wurden fünf neue Mitarbeiter mit ukrainischem Hintergrund und Verbindungen zur Gemeinde eingestellt.
“Viele Anfragen zum Krieg”
Unmittelbar nach Kriegsbeginn häuften sich Anfragen zu Themen wie Krieg und Terror, so Corinna Harles, psychologische Leiterin der Eltern-Website Rat-auf-Wire. “Kinder und Jugendliche nutzten die Notrufnummer auch, um viele Erkundigungen über den Krieg einzuholen”, fügte die Beraterin Christine Piriwe hinzu.
Daraus entstand die Idee, das Angebot der österreichischen Beratung speziell für Kriegsbetroffene zu erweitern. Insgesamt fünf Beraterinnen und Berater aus der Ukraine mit speziell ausgebildeter psychologischer Ausbildung wurden rekrutiert, zwei davon speziell für Eltern.
kulturelle Unterschiede zum Herkunftsland
Nach Angaben des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) sind seit Kriegsausbruch rund 77.300 Menschen nach Österreich geflüchtet, 70 Prozent davon Frauen (Stand: 10. August 2022, 11:00 Uhr). Betroffene Eltern beschäftigt vor allem die Frage, wie sie mit ihren Kindern am besten über den Krieg sprechen können. Auch Eltern und Kinder machen sich Sorgen um die Anpassung und Integration in eine völlig neue Situation.
Kinder und Jugendliche suchen Hilfe bei Themen wie Sexualität, Heimweh, psychische Belastungen und neue Freunde finden. Auch ukrainische Flüchtlinge sind von der kulturellen Differenz zu ihrem Herkunftsland betroffen. Da oft eine Generation in einem Haus lebt, sind Kinder und Jugendliche daran gewöhnt, Eltern und Großeltern den ganzen Tag um sich zu haben.
Geflüchtete Mütter sind oft überfordert
Im Krieg flohen jedoch oft nur Mütter mit ihren Kindern. „Das ist nicht nur für die Kinder sehr schmerzhaft, auch die Mütter sind natürlich überfordert“, sagt Harles. Der Echtzeit-Chat ist besonders bei jungen Leuten beliebt. „Für die Betroffenen ist es einfacher, weil die Hemmschwelle niedriger ist“, erklärt Piriwe. Außerdem gibt es noch die klassische Telefonberatung unter 147 und die Online-Beratung mit oder ohne Videochat.