Lückenkemper verliert das Finale um das fünfte WM-Gold für Fraser-Pryce über 100 m

Stand: 18.07.2022 06:43 Uhr

Shelly-Ann Fraser-Pryce, auch bekannt als „Pocket Rocket“, hat den Turbo wieder eingeschaltet und für Eugene Geschichte geschrieben. Es ist der fünfte jamaikanische 100-Meter-Weltmeistertitel und der zehnte insgesamt. Für Gina Lückenkemper war es im Halbfinale Endstation.

Explosive Start- und Durchhaltekraft: Shelly-Ann Fraser-Pryce machte ihrem Spitznamen „Pocket Rocket“ im Hayward Field Stadium alle Ehre und sprintete auf unnachahmliche Weise zum Sieg. 10,67 Sekunden waren Weltmeisterrekord für den nur 1,52 m großen Jamaikaner, der als einziger Leichtathlet fünf Goldmedaillen in derselben Einzeldisziplin gewonnen hat.

Fraser-Pryce: „Ich fühle mich gesegnet“

„Ich bin glücklich, dieses Talent zu haben und mit 35 und einem Baby immer noch da zu sein, und ich hoffe, dass ich Frauen dazu inspirieren kann, ihren eigenen Weg zu finden“, sagte Fraser-Pryce.

Vor 13 Jahren hatte er in Berlin erstmals den WM-Titel gewonnen. Insgesamt hat Fraser-Pryce nun zwölf WM-Medaillen, zehn Gold- und zwei Silbermedaillen gesammelt. Nur der Amerikaner Allyson Felix (13) und der Jamaikaner Usain Bolt (11) haben mehr Weltcupsiege.

Sie können Jamaikanisch

Hinter “Pocket Rocket” ging Silber an Shericka Jackson (10,73). Olympiasiegerin Elaine Thompson-Herah (10,73) kam zwar nur auf Bronze, machte das jamaikanische Podest aber perfekt. Am Tag zuvor hatten die USA im 100-Meter-Finale der Männer den „Sweep“ erzielt. In einem denkwürdigen Finale des Frauen-Weltcups unterschritten sieben der acht Läuferinnen die magische Elf-Sekunden-Marke.

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Lückenkemper-Birds im Halbfinale

Gina Lückenkemper schied in ihrem Halbfinale mit einer Zeit von 11,08 Sekunden als Vierte aus. Der 25-Jährige, dem es am Block erneut nicht gut ging, verpasste das Finale schließlich um zwölf Hundertstel. An der Spitze lief der Vize-Europameister von 2018 nach schwachem Start 11,09 Sekunden.

Der Sprinter vom SCC Berlin hatte bereits vor vier Jahren das WM-Halbfinale erreicht. Dann sprintete sie in London als erste Deutsche seit Katrin Krabbe unter elf Sekunden (10,95), kam dann aber nicht an 11,16 vorbei. Lückenkemper ist nach vier verschiedenen Jahren Ende Juni erstmals bei den Deutschen Meisterschaften unter elf Sekunden gerutscht.

11.08 ist nicht das, was ich hier beabsichtigt habe, ich wollte definitiv mehr.

Krabbe gewann 1991 in Tokio als Weltmeisterin die letzte deutsche Medaille im 100-m-Sprint. Melanie Paschke nahm zuletzt 1997 an einem Weltcup-Finale über 100 m teil, als die Wattenscheiderin Sechste wurde.

Falscher und ausgebuhter Abgang der Zuschauer

„11,08 Sekunden sind aber eine gute Leistung und ich bin 13. in der Weltmeisterschaft geworden“, sagte Lückenkemper. “Auch wenn es heute etwas wild war.” Aufgrund eines Scheinstarts mit Diskussionen um TyNia Gaither hatte sich das Halbfinale der Deutschen in die Länge gezogen. Nach der Disqualifikation des bahamaischen Sprinters buhte das Publikum mitten in der Konzentrationsphase der Läufer. „Ich kann den Frust verstehen, aber das war unfair gegenüber allen anderen Athleten“, sagte Lückenkemper: „Dreimal in den Startblock zu gehen, um einmal zu laufen, war heftig.“

Für Gina Lückenkemper war im Halbfinale über 100 Meter Schluss. Der deutsche Meister war dennoch zufrieden, kämpfte aber mit der Aufregung um den Fehlstart eines Konkurrenten.

Die Vorfreude auf seinen zweiten WM-Einsatz hat sich der Deutsche nicht nehmen lassen. „Jetzt läuft die Saison gut, ich freue mich darauf“, sagte Lückenkemper. Die 4×100-m-Serie der Damen steht am kommenden Samstag (23.07.2022, 2:40 Uhr) auf dem Programm. Das Finale findet am letzten Tag der Weltmeisterschaft in Eugene statt. “Ich denke, wir werden ein anständiges Team auf dem Platz haben und wir können auf dem Platz etwas hervorrufen.”

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