Ludwig gegen Ende der vierziger Jahre

„Ich finde das Timing sehr schlecht. Folgt man den Empfehlungen des Europabüros der WHO, sollte die Quarantäne auch während der Sommerwelle aufrechterhalten werden, auch in Vorbereitung auf die nächste Herbstwelle“, sagte Ludwig „Wien heute“ zuvor Treffen im Bundeskanzleramt.

Am Montag wurden keine Entscheidungen getroffen, und die Bundesregierung wird voraussichtlich im Sommerkabinett am Mittwoch eine Lockerung oder ein Ende der Quarantäne ankündigen. Entsprechende Überlegungen hatten in den SPÖ-regierten Bundesländern Wien, Kärnten und Burgenland bereits vor der Sitzung am Montag für Probleme gesorgt. Ludwig sei „gespannt“, „was uns die Bundesregierung vorlegen wird. Es gab keine Gespräche mit mir über diesen Verordnungsentwurf.“

Florian Petautschnig (ORF) mit einer Analyse

Florian Petautschnig von der ORF-Wissenschaftsredaktion über die Auswirkungen einer möglichen Entscheidung zur Beendigung der CoV-Quarantäne.

Der Entwurf bietet Einschränkungen

Vor wenigen Tagen wurde ein Verordnungsentwurf bekannt, wonach Verkehrsbeschränkungen künftig nur noch für Corona-Infizierte gelten sollen. Wenn Sie also mit einer Maske infiziert sind, können Sie sich fast überall frei bewegen. Betretungsverbote bestehen nur an bestimmten Orten (Krankenhäuser, Pflege- und Behinderteneinrichtungen, Kindergärten, Grundschulen und Horte), jedoch nicht für dort Beschäftigte. Vom Ende der Quarantäne wären mehr als 100.000 Menschen betroffen.

Aktuell liegt die Zahl der Neuinfektionen bei bis zu 15.000 pro Tag. Derzeit sind fast 1.500 Krankenhausbetten von COVID-infizierten Personen belegt. Eine Überlastung des Gesundheitssystems ist laut Regierungsmitteilung nicht zu erwarten.

Auf dem Bund-Länder-Gipfel wurden nach Angaben der Regierung auch Verbesserungen bei der Arzneimittelverteilung und der Datenlieferung für die Registrierung von COVID-19 diskutiert. Das Register ist seit Mai in Betrieb, derzeit melden aber nur einige Bundesländer regelmäßig ihre Daten. Wien hat Berichten zufolge noch keine Daten vorgelegt. Die Bundesregierung habe die Landeshauptleute ermahnt, die Daten vollständig zu erfassen, um künftig eine noch bessere Grundlage für den Schutz von Risikogruppen zu haben, sagte er.

Verbesserung der Verteilung von Arzneimitteln

Auch mögliche Verbesserungen bei der Verteilung von Medikamenten gegen COVID-19 wurden diskutiert. Sie reduzieren das Risiko eines schweren Verlaufs deutlich, wenn sie nach dem Nachweis einer Corona-Infektion schnell verabreicht werden. Derzeit wurden nur etwa fünf Prozent der 480.000 Pakete an Risikopatienten abgegeben, die meisten davon in Krankenhäusern. Die Bundesländer verfolgen unterschiedliche Strategien zur Patientenaufklärung. Die Österreichische Ärztekammer hat bereits intensive Informationen für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte zugesagt.

„Gerade bei COVID-19 ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern unerlässlich. Das gilt sowohl für die Impfung als auch für die Verteilung von Medikamenten“, sagte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) nach der Sitzung. Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) betonte, dass die Unterstützung niedergelassener Ärzte notwendig sei, um sich endlich auszubreiten. „Wir haben viele Diskussionen darüber geführt. Das COVID-19-Register wird uns dabei helfen, noch besser als bisher objektive Entscheidungen zu treffen.“

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