30.09.2022
Florian Christoph
Wer ein kleines Smartphone möchte, sucht meist vergeblich nach einem aktuellen Modell. Es gibt viele Gründe, warum Hersteller hier nicht anbieten.
„Klein muss es sein“ ist eine gängige Antwort auf die Frage, welche Eigenschaften das neue Handy haben soll. Nur dann muss man sich darüber im Klaren sein, dass kleine Handys mittlerweile Mangelware sind.
Apple war einer der letzten großen Hersteller, der sich auf kleinere Smartphones konzentrierte. Doch mit der aktuellen Generation wurde nun auch das iPhone Mini eingestellt und durch das größere iPhone Plus ersetzt. Aber warum gibt es nicht sinnvollere Geräte?
Ein Blick auf die Verkaufszahlen am Beispiel von Apple spricht für sich: Das Mini-Modell war ein klassischer Reinfall. Im ersten Quartal dieses Jahres machten die Verkäufe des iPhone 13 Mini nur drei Prozent aller iPhone-Verkäufe aus. Ähnliche Nummern gibt es für das iPhone 12 Mini. Auch Kompakthandys anderer Hersteller stehen ziemlich schlecht da: Laut Analysten machen alle Geräte mit einer Bildschirmdiagonale von weniger als 6 Zoll nur zehn Prozent der weltweiten Verkaufszahlen aller Smartphones zusammen aus. Diese Bildschirmdiagonale von sechs Zoll (etwa 15 cm) gilt als Maß für kompakte Smartphones: Alles darunter gilt als sinnvoll, Geräte mit größeren Bildschirmen lassen sich nur schwer mit einer Hand bedienen.
Die wachsende Beliebtheit großer Handys hängt auch mit einem veränderten Nutzerverhalten zusammen. Da die Menschen immer mehr Dinge mit ihren Mobiltelefonen erledigen (z. B. Filme und ganze Serien, TikTok und Instagram ansehen), bieten große Bildschirme Vorteile.
Portfolio von Strafen
Einen kleinen Markt für kleine Mobiltelefone zu bedienen, ist für Hersteller nicht sehr attraktiv. Ein gestrafftes Portfolio bietet Vorteile: Durch den Wegfall des Mini-Modells bietet beispielsweise Apple seine aktuellen iPhones nur noch in zwei verschiedenen Größen an. Dies ist nicht nur bei der Produktion und Beschaffung von Anzeigetafeln von Vorteil. Auch die Anpassung der jeweiligen Software und Applikationen kann effizienter organisiert werden. Wenn sich Kompakthandys schlecht verkaufen, bedeutet das auch, dass sie nur in kleinen Stückzahlen hergestellt werden, was auch für die darin verbauten Einzelteile gilt. Dies führt zu einem Anstieg der Produktionspreise von kleinen Mobiltelefonen. Im Handel wird es schwer zu rechtfertigen sein, warum kleine Smartphones zu gleichen oder sogar höheren Preisen angeboten werden als deutlich größere Geräte. Eine weitere Herausforderung in der Produktion ist das begrenzte Platzangebot für Mini-Smartphones. Dies wirkt sich hauptsächlich auf die Batteriekapazität aus. Ein kleinerer Akku bedeutet natürlich auch eine kürzere Akkulaufzeit.
Schalten Sie das Infofeld um
Asus Zenfone 9 Bildschirm: 5,9 Zoll Preis: ab 788 Euro Das letzte verbliebene Android-Handy mit Flaggschiff-Ausstattung
iPhone 13 Mini Display: 5,4 Zoll Preis: ab 715 Euro Apples neuestes Mini-Modell kommt mit einer hochwertigen Kamera
iPhone SE (2022) Bildschirm: 4,7 Zoll Preis: ab 467 Euro Einbußen bei Kameraqualität und Leistung müssen hingenommen werden
Samsung Galaxy Xcover 5 Display: 5,3 Zoll Preis: ab 254 Euro Mittelklasse-Handy mit Fokus auf ein robustes Gehäuse
Sony Xperia 10 IV Bildschirm: 6 Zoll Preis: ab 445 Euro Wasserdichtes Mittelklasse-Handy
Kleine Handys
Obwohl sie schwer zu finden sind, gibt es einige Smartphones mit einer Bildschirmdiagonale von weniger als 6 Zoll. Erwähnenswert sind hier die Mini-Modelle iPhone 12 und 13, die nicht mehr aktualisiert werden. Auch das schwächere iPhone SE hat einen kleinen Bildschirm.
Bei Android-Handys ist die Auswahl noch kleiner. Es gibt kaum nennenswerte Geräte, die sich mit einer Hand bedienen lassen.