Eine erste Aussage der Behörden sprach von 59 Todesfällen. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete später unter Berufung auf offizielle Angaben, dass die Zahl auf 120 gestiegen sei. Weitere 100 seien zum Teil schwer verletzt worden. Der Zustand einiger Verletzter ist sehr ernst. Die Zahl der Todesopfer könnte also weiter steigen.
Was genau zu dem tragischen Vorfall am Abend im Stadtteil Itaewon in Seoul geführt hat, ist noch unklar. Hunderte Menschen drängten sich damals in den Straßen des beliebten Ausgehviertels. Lokale Medien berichteten, dass rund 100.000 Menschen zu den Halloween-Feierlichkeiten erschienen seien. Unter der Menge könnte es zu Massenpanik gekommen sein.
Reuters/Kim Hong-Ji Hunderte Rettungskräfte wurden in Seouls beliebtes Ausgehviertel gerufen
Kurz nach dem Vorfall meldete die Feuerwehr, dass eine Vielzahl von Menschen in einer engen Gasse „gestürzt“ seien – und rund 50 Menschen wegen „Herzstillstand“ behandelt würden. In Südkorea ist es üblich, dass die örtlichen medizinischen Behörden von einem „Herzstillstand“ sprechen, bis der Tod offiziell von einem Arzt festgestellt wird.
Videos von Reanimationsmaßnahmen
Videos und Bilder, die in den sozialen Medien kursierten, zeigten Rettungskräfte, die an mehreren Personen HLW durchführten. Andere Aufnahmen zeigten Helfer, die versuchten, Menschen zu befreien, die unter anderen Menschen eingeklemmt waren. Auf den Straßen wurden auch Leichensäcke gesehen. Die BBC zitierte einen Reporter am Tatort mit den Worten, Krankenwagen hätten viele der Toten entfernt.
Hunderte Ersthelfer aus dem ganzen Land wurden auf die Straße geschickt, um die Verletzten zu behandeln. Die Stadtregierung von Seoul schickte Textnachrichten an Menschen in der Gegend, um zu Hause zu lernen. Der südkoreanische Präsident Yoon Suk-yeol berief eine Dringlichkeitssitzung ein. Der Bürgermeister von Seoul, Oh Se Hoon, der sich derzeit auf einer Europareise befindet, soll abgesagt und nach Südkorea zurückgekehrt sein.
Schallenberg bekundet Anteilnahme
Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) sagte auf Twitter (im Original auf Englisch): „Ich bin gerade aus Südkorea zurückgekehrt und bin zutiefst erschüttert über die tragische Massenpanik in Seoul heute Nacht. Meine Gedanken sind bei den Familien der Opfer und bei all jenen beim Ansturm verletzt”.
Schallenberg hatte in den vergangenen Tagen Südkorea im Rahmen einer Reise besucht, die von Freitag bis Mittwoch dauerte. Anlass war das 130-jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und Korea, die im vergangenen Jahr zu einer „strategischen Partnerschaft“ aufgewertet wurden.