Chronik
Auf dem Gelände der Birago-Kaserne in Melk, einem ehemaligen Außenlager des KZ Mauthausen, werden Angehörige der Bundeswehr zum Thema Nationalsozialismus geschult. Diese Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Mauthausen wurde um weitere fünf Jahre verlängert.
13.12.2022 17.22
Online seit heute, 17:22
Das Konzentrationslager Mauthausen (Oberösterreich) war das größte nationalsozialistische Konzentrationslager im heutigen Österreich. Die Birago-Kaserne in Melk diente während der Zeit des Nationalsozialismus als KZ-Außenlager, das sogenannte „Objekt 10“ war eine Häftlingsunterkunft.
Seit letztem Jahr werden dort in Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Mauthausen Schulungen zu Antisemitismus, Rassismus und Totalitarismus für Armeeangehörige durchgeführt. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) und die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Barbara Glück, haben am Dienstag den Vertrag zum Ausbau dieser Zusammenarbeit unterzeichnet.
ORF/Robert Morawec Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (links) und die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Barbara Glück, verlängerten am Dienstag in Melk den Kooperationsvertrag
Mindestens fünf weitere Jahre müssten sich Angehörige der Bundeswehr in Melk mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen, denn die bisherige Arbeit zeige bereits „Ergebnisse auf allen Ebenen“, sagt Tanner. Alle Bundeswehrakademien seien eingebunden, Soldaten würden sich aktiv an Orten mit historischem Bezug beteiligen und ihr historisches Bewusstsein für den Nationalsozialismus schärfen, sagte Tanner.
Beitrag zur Stärkung der Demokratie
Auf diese Weise kann ein wichtiger gesellschaftlicher Beitrag zur Stärkung der Demokratie geleistet werden. „Gerade durch das Rekrutierungssystem versammeln sich Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und sozialen Schichten in den Streitkräften, deshalb sind uns diese Themen besonders wichtig“, sagte der Verteidigungsminister. „Wir leisten hier den richtigen Beitrag, denn für mich ist das heute ein lebendiges Gedenken“, sagt Glück.
Das „Objekt 10“ der Birago-Kaserne wird inhaltlich und baulich saniert und in die bestehende KZ-Gedenkstätte Melk integriert. Auch die laufende Aufklärungsarbeit mit den Soldaten der Garnison Melk soll weiter ausgebaut werden.