Meloni ändert den Namen mehrerer Ministerien

Giorgia Meloni, die gestern als erste Frau in der Geschichte Italiens als Regierungschefin vereidigt wurde, beschäftigt sie kaum und sorgt schon jetzt für Kontroversen. Viel diskutiert wurde die Entscheidung des Rechtspolitikers, einige Ministerien umzubenennen. Sie macht bereits deutlich, dass ihre Regierung in Sachen Identität Initiativen ergreifen will.

“Ministerium für ‘Made in Italy'”

Das Landwirtschaftsministerium, das Meloni seinem Schwager und Parteikollegen Francesco Lollobrigida anvertraute, wird “Ministerium für Landwirtschaft und Ernährungssouveränität” heißen. Das Industrieministerium, das ebenfalls von einem Parteikollegen des neuen Regierungschefs Alfonso Urso geleitet wird, heißt fortan „Ministerium für Unternehmen und ‚Made in Italy‘“.

Eine weitere Neuerung ist die Familienpastoral. Die Abteilung heißt fortan „Ministerium für Familie, Geburt und Chancengleichheit“. Die Sorge führte zum Entschluss vieler Melonis, diese Abteilung der erzkonservativen Eugenia Roccella anzuvertrauen, die sich gegen Euthanasie und „Ehe für alle“ stellt.

Exit für den digitalen und ökologischen Wandel

Das Bildungsministerium heißt „Ministerium für Bildung und Verdienste“. Damit macht Meloni deutlich, dass Leistung im italienischen Schulsystem künftig mehr zählen soll. Die neue Premierministerin entlässt aus ihrer Regierung auch das „Ministerium für digitalen Übergang“, das von ihrem Vorgänger Mario Draghi geschaffen wurde, um den technologischen Wandel voranzutreiben und das vom Telekommunikationsmanager Vittorio Colao geleitet wird.

Auch das Ministerium für ökologischen Wandel wurde annulliert, was ein klares Zeichen dafür ist, dass Meloni in der Umweltpolitik neue Akzente setzen will. Es wird durch ein „Ministerium für Umwelt und Energiesicherheit“ ersetzt. Der neue Verkehrsminister und Lega-Chef Matteo Salvini ist künftig für nachhaltige Mobilität zuständig und lehnt ein europaweites Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2030 ab.

Die Linke sieht die neofaschistische „Restauration“.

Die Umbenennung der Ministerien löste eine heftige Reaktion der linken Oppositionsparteien aus. Die ehemalige Parlamentspräsidentin Laura Boldrini kritisierte das „Ministerium für Ernährungssicherheit“. “Bedeutet das einen Importstopp für Ananas?”, fragte der Linkspolitiker. Boldrini protestierte, die Entscheidung zur Einführung eines „Ministeriums für Geburten“ sei ein Zeichen dafür, dass Italien sich dem erzkonservativen Polen annähern wolle.

“Nur das Kolonialministerium fehlt auf der Liste der ‘neuen’ Ministerien”, sagte die Vorsitzende der Italienischen Linkspartei, Nicola Fratoianni, und verwies auf die postfaschistische Ideologie von Melonis Partei. Er hat den Versuch einer „Restaurierung“ im neofaschistischen Sinne in Italien kritisiert.

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