Milieu-Beizer Roland Gisler deckte den Zürcher Datenskandal auf

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Roland Gisler hat den Zürcher Datenskandal aufgedeckt.

Neuigkeiten von Michael SahliReporter

Ausgerechnet dort landeten die vertraulichen Daten der Zürcher Justiz: auf dem berüchtigten Langstrassen-Beiz Neugasshof, wo einst die Hell’s Angels ihren Stammtisch hatten. In Beizer Roland Gisler (58), dem nach einer Kneipenrazzia 2017 wegen groß angelegten Cannabishandels eine mehrjährige Haftstrafe droht.

Und der sich ein Stück Gefängnis in seine Bar geholt hat, wie er im Gespräch mit Blick stolz feststellt: «Die schwere Tür des DJ-Pults stammt ursprünglich aus der Justizvollzugsanstalt Regensdorf!»

Fazit: Es ist wohl einer der letzten Orte auf der Welt, wo Staatsanwälte in Zürich Listen mit ihren Privatadressen, Telefonnummern und anderen sensiblen Daten sehen wollen. Und Milieu-Beizer Gisler muss am Tag nach Bekanntwerden des Datenskandals ein wenig schmunzeln. “Von der Staatsanwaltschaft habe ich bisher nichts gehört”, sagt er wieder ernst. „Aber vielleicht kommt das ja noch. Sie reagieren einfach nicht so schnell.”

“Der einzige Grund, warum ich so hart von Gras getroffen werde, sind diese Daten.” Roland Gisler

Gislers Bruder, der beim Justizministerium abgemeldete, aber nicht gelöschte Geräte sammelte, kannte die sensiblen Daten schon länger. Und er selbst habe vor Jahren versucht, den Datenskandal publik zu machen, so der medi-beizer. Er hat mehrfach bei den Behörden Alarm geschlagen. “Aber niemand hat mir geglaubt. Es ist nichts passiert.” Als er bei einer Vernehmung einem Staatsanwalt von den sensiblen Daten erzählte, habe er nicht reagiert, so Gisler weiter. „Dann habe ich ihm seine eigene Mitarbeiterbewertung per E-Mail geschickt.“

Der Beizer hat mehr als eine offene Rechnung mit der Staatsanwaltschaft. Drei Millionen Franken hat er mit illegalen Cannabis-Gewinn gemacht, die er laut Forderungen der Staatsanwaltschaft nun an den Staat abliefern soll. „Eine lächerlich hohe Zahl“, sagt Gisler. Sie konfiszierten sogar das Eigentum seines Bruders. Die Angelegenheit wird voraussichtlich in naher Zukunft vor dem Bundesgerichtshof verhandelt werden. Für Gisler hängen beide Fälle zusammen: Datenlecks und Cannabis. “Der einzige Grund, warum ich wegen Gras so hart getroffen werde, sind diese Daten.”

Gisler fällt es schwer, seine Wut in Worte zu fassen, es fällt ihm schwer, sich zu konzentrieren. Und es ist nicht einfach, den Überblick zu behalten: Der Berg an Dateien überschwemmt den Desktop sowie den Desktop des Computers.

Wo sind die sensiblen Daten geblieben?

Aber eines ist klar: Der Eigentümer fühlt sich ungerecht behandelt. Und er wehrte sich mit begrenzten Mitteln gegen die Anklage. Er hängte Plakate auf, auf denen er Staatsanwälte in seinen Gemeinden beschuldigte. Er schickte ihnen Fotos auf ihre privaten Handynummern. Und es soll in seinen Privatadressen erschienen sein. Die Folge: acht Monate Sicherungsverwahrung und Strafverfahren wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte. Außerdem eine weitere Schlagabtauschrunde zwischen dem Medien-Beizer und der Staatsanwaltschaft.

Es stellt sich die Frage: Wo sind die Daten geblieben? Und was steckt sonst noch in den Geräten, die laut Gisler auch ins Ausland transportiert wurden? „Das ist eine etwas knifflige Frage“, sagt er. „Darüber schweige ich lieber.“

Erfahren Sie mehr über den Zürcher Datenskandal

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