Astara ist bereits der dritte Importeur
Ein Newcomer weckt den Schweizer Automarkt auf
Nach Hyundai wird Astara auch Nissan und die Stellantis-Marken Abarth, Alfa, Fiat und Jeep in die Schweiz importieren. Damit wird Astara nach Amag und Emil Frey der dritte Autoimporteur in unserem Land. Aber wer ist diese Importgruppe?
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Mit der Astara Mobility Switzerland AG tritt seit drei Jahren ein neuer Player in der Schweiz auf. Wir sprachen mit Marketing Director Nicolas Carbonell (links) und Astara Move Project Manager Sylvain Jeanroy.
Raoul SchwinnenEditor Automobile and Mobility
Das war schnell. Erst vor drei Jahren übernahm die spanische Hafenlogistik- und Speditionsgruppe Bergé die Importe von Hyundai in die Schweiz. 2021 kamen nach einer Vereinbarung mit dem belgischen Konzern Alcopa die Nischenmarken SsangYong und Maxus sowie die chinesische Marke Aiways hinzu. Und seit diesem Herbst ist die Bergé-Gruppe mit ihrer Automobilsparte, die jetzt Astara heißt, auch offizieller Importeur von Nissan und den Stellantis-Marken Abarth, Alfa, Fiat und Jeep. 2019 mit einem Marktanteil von 2,8 Prozent in der Schweiz gestartet, sind es dank des mittlerweile neun Marken umfassenden Portfolios bereits acht Prozent. Mit anderen Worten: Astara ist nach Amag und Emil Frey bereits der dritte Importeur in unserem Land.
Und die Spanier wollen mit uns weiter wachsen. Marketingleiter Nicolas Carbonell von Astara Mobility Switzerland verrät: «Bis 2025 erwarten wir einen Marktanteil von 15 Prozent in der Schweiz.» Dieses Wachstum sollte jedoch nicht unbedingt durch den Erwerb neuer importierter Marken generiert werden. „Unsere neun Marken werden sich weiterentwickeln“, ist Carbonell überzeugt. Potenzielle Stimme insbesondere bei Chinese Airways. „Aber auch alle unsere anderen Marken müssen weiter wachsen“, fordert Nicolas Carbonell bei unserem Gespräch am Schweizer Hauptsitz von Astara in Dietlikon ZH.
Doppelter Umsatz in drei Jahren
Carbonell sitzt vor einer modernen Videowand, auf der auf ständig wechselnden Bildschirmen in Echtzeit die verschiedenen Aktivitäten und Erfolgszahlen des weltweit auf drei Kontinenten in 20 verschiedenen Ländern tätigen Konzerns gezeigt werden. War Astara mit seinen weltweit 4.500 Mitarbeitern vor sieben Jahren noch zu rund 75 Prozent in Lateinamerika aktiv und nur zu 25 Prozent in Europa, soll dies bis 2025 ausgeglichen sein. „Dann wird unser Konzern mit seinen rund 50 Marken 45 aktiv sein Prozent in Lateinamerika, 45 Prozent in Europa und 10 Prozent in anderen Märkten.”
Auch weltweit will Astara weiter schnell wachsen. Die Spanier wollen in den nächsten drei Jahren das Oldtimergeschäft weltweit aufmischen und Absatz und Umsatz von heute rund 230’000 Fahrzeugen und 5,5 Milliarden Franken auf über 430’000 verkaufte Autos und 10,8 Milliarden Franken Umsatz fast verdoppeln. Gleichzeitig will Astara zum Anbieter kompletter Mobilitätsdienstleistungen werden. Ein erster Schritt in diese Richtung sind Neuwagen-Abo-Services oder digitale Handelsplattformen, wie die beiden Serviceangebote Astara Move und Astara Store (siehe Kasten), die auf der heute zu Ende gehenden Auto Zurich Motor Show vorgestellt werden.
35. Auto Zürich ist offen: „Die Modernisierung wird dem Auto einen neuen Stellenwert geben“ (02:23)
Das neue Abo-Modell schließt die Lücke
“Astara Move stellt ein Abonnementmodell dar, das nutzungsbasierte persönliche Mobilitätsdienste für Einzelpersonen und Organisationen oder Unternehmen bereitstellt”, erklärt Sylvain Jeanroy, Astara Move Project Manager. Und es geht konkreter: „Unser monatliches Auto-Abo ermöglicht die freie Modell- oder Markenwahl und den Wechsel zum monatlichen Festpreis und beinhaltet alle Kosten, von der Zulassung, Versicherung, Bereifung und Reparatur bis hin zu Support und Wartung rund um die Uhr. Dieses Rundum-Sorglos-Paket schließt die Lücke zwischen Kurzzeitmiete und Langzeitmiete bzw. -pacht.“
In sieben Minuten zum neuen Auto
Neben dem flexiblen Abo-Modell Move präsentiert Astara auf der Auto Zürich auch die neue Online-Handelsplattform Astara Store in einer vollständig digitalen Umgebung. Ähnlich wie bei Autoscout24 können Kunden bequem von zu Hause aus Live-Videos ihrer Wunschmodelle aus einem breiten Online-Angebot an Neu- und Gebrauchtwagen anfordern und auf Wunsch auch gleich online kaufen. Online-Verkäufe sind auch über den Astara Store möglich. Heutzutage ist der Autokauf in nur sieben Minuten abgeschlossen.
Neben dem flexiblen Abo-Modell Move präsentiert Astara auf der Auto Zürich auch die neue Online-Handelsplattform Astara Store in einer vollständig digitalen Umgebung. Ähnlich wie bei Autoscout24 können Kunden bequem von zu Hause aus Live-Videos ihrer Wunschmodelle aus einem breiten Online-Angebot an Neu- und Gebrauchtwagen anfordern und auf Wunsch auch gleich online kaufen. Online-Verkäufe sind auch über den Astara Store möglich. Heutzutage ist der Autokauf in nur sieben Minuten abgeschlossen.
Diese Abo-Modelle sind nicht neu, sie glänzen mit hohen Wachstumsraten, aber in absoluten Zahlen sind sie immer noch kleine Lichter im Automobilmarkt. In der Schweiz gibt es bereits zahlreiche ähnliche Angebote, beispielsweise von Anbietern wie Carvolution. Stimmt, bestätigt Jeanroy, aber dank des großen Markenportfolios bietet Astara seinen Kunden eine viel größere Auswahl an Fahrzeugen. Außerdem können Sie mit Astara Move Marke und Modell des Fahrzeugs mit dem monatlichen Abonnement flexibel nach Belieben ändern. „Es gibt gute Gründe“, schließt Nicolas Carbonell, „für die wir diesen neuen Service einführen. Mit Astara Move müssen sich unsere Kunden nicht mehr entscheiden, wann und wie lange sie welche Marke, welches Modell oder welchen Fahrzeugtyp fahren möchten.“
Astara ist der Öffentlichkeit noch wenig bekannt. Doch das Unternehmen arbeitet seit einiger Zeit daran, dies zu ändern. Mit Kooperationen wie der mit dem Technologieunternehmen Salesforce, das digitale Kundenplattformen aufbaut, und sogar dem Motorsport soll Astara neben den vertretenen Automarken auch Aufmerksamkeit erregen. Dieses Jahr nahmen sie mit einem eigenen Team an der Rallye Dakar teil, 2023 will Astara wieder an den Start gehen. Erst 2022 stand Astara im Wettbewerb um das nachhaltigste Team ganz oben auf dem Treppchen, aber das ist ein Anfang