Nach dem Unfall. Wie es für die deutsche Fintech-Branche weitergeht

Podcast (#75)

von Christian Kirchner, 28. August 2022

Größere Fehler passieren nicht, und das haben Fintechs wahrscheinlich mit Fußballklubs und Lottogewinnern gemeinsam, wenn das Geld knapp ist. Aber: wenn es genug gibt.

Wer sagt Jemanden, den man kennen sollte, nämlich Ramin Niroumand, der als CEO des ehemaligen Company Builders Finleap zahlreiche große Fintechs in Deutschland mit aufgebaut hat (von Solarisbank über Penta bis Clark), der aber, Stichwort Joonko, auch weiß, wie es dort ist sind große Pläne. Versagen

Was Niroumand schon zu Zeiten des Fintech-Hypes war: eine Warnung vor zu viel losem Geld und mit Bangen den Auswüchsen des Booms (z. B. stetig steigende Löhne) folgen. Und so ist der 34-Jährige genau der richtige Gast, um in der heutigen, mittlerweile 75. Folge von „Finanz-szene – Der Podcast“ über den aktuellen Stand der deutschen Fintech-Branche zu diskutieren.

Rückblick: Im vergangenen Jahr hatte der Boom seinen Höhepunkt erreicht. Gigantische Fördergelder strömten in die Branche, Fintechs wie Scalable Capital oder Solarisbank wurden zu Unicorns, andere wie N26, Trade Republic oder Wefox wurden plötzlich mit mehreren Milliarden Euro bewertet. Doch dann änderte sich die Stimmung. Finanzmittel wurden knapper, Expansionspläne wurden gekürzt, bald folgten die ersten Entlassungen und in jüngerer Zeit (siehe Nuri) die ersten Insolvenzen.

Und nun? War das das Ende des Fintech-Booms und bleiben am Ende nur noch die ganz Großen übrig? Oder hat der Crash vielleicht doch seine guten Seiten, schon weil weniger Geld weniger Blödsinn bedeutet?

Ramin Niroumand (der sich neben Finleap nun auf seinen Frühphasenfinanzierer „Embedded Capital“ konzentriert) hat zu all dem eine klare Meinung. Ja, die Lage ist vielerorts katastrophal, Besserung ist (noch) nicht in Sicht. Aber: Er glaubt auch, dass man so etwas als Säuberung erkennen kann: Mitarbeiter würden wieder loyaler, Businesspläne realistischer, Investoren konstruktiver. Und: Die großen Neobanken wie N26 oder die Solarisbank werden sogar von den aktuellen äußeren Bedingungen profitieren.

Hier kommen wir:

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