Neujahrsansprache: Bundeskanzler Olaf Scholz fordert weitere Energieeinsparungen

Deutschlands Neujahrsansprache

Olaf Scholz fordert die Bevölkerung auf, weiter Energie zu sparen

Stand: 01:24 | Lesezeit: 4 Minuten

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD)

Quelle: Getty Images/Pool

In seiner Neujahrsansprache forderte Bundeskanzler Scholz die Menschen in Deutschland auf, mit Zuversicht und Energie in das neue Jahr zu starten. Das Land habe Zusammenhalt und Stärke gezeigt. Er wünscht sich auch für 2023. Die Bevölkerung soll weiter Energie sparen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) rief die Bürger in seiner Neujahrsansprache dazu auf, zusammenzuhalten und auf die eigene Kraft zu setzen. „Heute Abend geht ein schwieriges Jahr zu Ende“, sagte Scholz laut dem vorab verteilten Redetext. Russland führe einen “imperialistischen Angriffskrieg mitten in Europa”.

In der Geschichte des Jahres 2022 gehe es aber “nicht nur um Krieg, Leid und Sorgen”, so die Kanzlerin weiter. “Es geht um Zusammenhalt und Stärke, und ja, auch um Vertrauen.” Die Rede soll am Samstagabend im Fernsehen übertragen werden.

Scholz forderte die Deutschen auf, weiter Energie zu sparen. Auch die Gasspeicher seien gut gefüllt, „weil wir in den letzten Monaten gemeinsam Energie gespart haben“. Dies wird auch in den kommenden Monaten wichtig sein. „Und dafür möchte ich mich heute ganz herzlich bedanken!“

In Bezug auf den Krieg in der Ukraine verwies Scholz auf russische Versäumnisse und Fehleinschätzungen. Er hob drei Punkte hervor.

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Nationale Sicherheitsstrategie

Russlands Präsident Wladimir Putin sei “nicht wie geplant in wenigen Tagen in die Ukraine einmarschiert, ganz im Gegenteil”, sagte Scholz und unterschätzte die Abwehrbereitschaft der Ukraine. Zweitens seien EU und Nato nicht gespalten, sondern “einiger als seit langem”. Und drittens: “Wir in Deutschland haben nicht nachgegeben, als Russland im Sommer unsere Gashähne abdrehte, weil wir uns nicht erpressen lassen.”

Deutschland ist „ein starkes Land“

Scholz äußerte Verständnis für die Sorgen der Bürger. „Dieser Wendepunkt stellt auch uns und unser Land auf die Probe“, sagte er. “Wir sind solidarisch mit den Ukrainern, die sich auch an Tagen wie heute nicht von russischen Bomben und Raketen erholen können.” Und auch in Deutschland seien die Folgen des Krieges im Alltag zu spüren: „beim Einkaufen im Supermarkt, an der Tankstelle oder beim Bezahlen der Strom- oder Gasrechnung“.

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Aber Deutschland sei ein Land mit “überwältigender Anteilnahme und Hilfe”, in dem sich Menschen für andere einsetzen. Scholz verwies auch auf die Hilfspakete seiner Regierung und resümierte: „Das ist Deutschland zu Beginn dieses neuen Jahres: ein starkes Land. Ein Land, das energisch und schnell auf eine gute und sichere Zukunft hinarbeitet. Ein Land, das Waffen hat, vor allem.“ in schwierigen Zeiten”.

Die Kanzlerin betonte, dass am Sonntag Anfang 2023 die neuen Erleichterungen für Bürgerinnen und Bürger in Kraft treten: die Verlängerung des Wohngeldes, die Anhebung des Kindergeldes, Steuerentlastungen von 19 Milliarden Euro sowie Preisgrenzen für Strom-, Gas- und Fernwärmekosten . „Unser Zusammenhalt ist unser größtes Kapital“, sagte Scholz. Sein Wunsch lautet: „Lasst uns nächstes Jahr zusammenbleiben.“

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Die meisten Deutschen sind jetzt besorgt über die Lage im Land und über das neue Jahr. In einer Umfrage des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski in Kooperation mit dem Ipsos-Institut bejahten nur 35 Prozent der repräsentativen Befragten die Aussage: „Ich sehe dem kommenden Jahr mit großer Zuversicht und Optimismus entgegen. Ich freue mich auf bessere Zeiten.“ Ein Jahr zuvor waren noch 53 Prozent optimistisch, zum Jahreswechsel 2020/21 waren es 56 Prozent.

Opaschowski sprach von einem “Vertrauensverlust”. Im Zusammenhang mit den vielen Aufrufen zum Energiesparen erklärte der Zukunftsforscher: „Der Bürger braucht keine Mahnung von oben, wo und wie er sparen soll, er macht es selbst.“ 64 Prozent der Befragten waren davon überzeugt, dass die Bürger. sie sind wieder vereinter und werden sich selbst helfen.

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Das Jahr 2022 ist nach Meinung vieler Bürgerinnen und Bürger nicht gut gelaufen. In einer aktuellen Umfrage von Allensbach für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ stimmten 61 Prozent der Aussage zu: „Wenn man an die aktuellen Krisen und Probleme denkt, war das vergangene Jahr 2022 das schlimmste Jahr seit langem.“

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