Österreichs größtes Unternehmen: RWA Raiffeisen Ware Austria AG

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DATEN: RWA Raiffeisen Ware Austria AG

Trend-TOP-500-Ranking: 31

  • Entstehung: 1993
  • Firmensitz: Raiffeisenstraße 1, 2100 Korneuburg
  • Mitarbeiter: 2.614
  • Aktivitäten: Einzel- und Großhandel mit landwirtschaftlichen Produkten, Baustoffen und Energie
  • Umsatz (2021): 2.951 Millionen Euro
  • Eigentümer: RWA Raiffeisen Ware Austria Handel und Vermögensverwaltung eGen (50 %), Baywa Aktiengesellschaft (47,53 %), „Unser Lagerhaus“ Warenhandelsgesellschaft mbH (2,47 %), BayWa Pensionsverwaltung GmbH (1 %), Immobilienvermiest mbH (1 %)
  • Leitung: Reinhard Wolf (VstVors), Stefan Mayerhofer, Christoph Metzker (Technik)
  • Aufsichtsrat (AR): Johann Lang (AR), Klaus Josef Lutz (1. STV), Ludwig Hubauer (2. STV), Andreas Helber (3. STV), Alois Hausleitner (4. STV), Manfred Nussel (5. STV), Christopher Cech (AR v BR del), Andreas Habith (AR v BR del), Erwin Hameseder, Marcus Pöllinger, Wolfgang Schröfl, Johannes Weinrichter
  • Website: www.rwa.at

Firmen Geschichte

Die heutige Raiffeisen Ware Austria AG (RWA), gegründet 1993, hat eine lange Geschichte, die mit der Gründung der Lagerhausgenossenschaft 1898 im niederösterreichischen Pöchlarn beginnt.

Von Anfang an war das System des deutschen Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen im Visier. Bereits ein Jahr später wurde der Verband der bäuerlichen Genossenschaften Niederösterreich, um 1900 der Verband der bäuerlichen Genossenschaften Steiermark und 1917 der Verband der bäuerlichen Genossenschaften Oberösterreich gegründet.

Um die Versorgung der einzelnen Abteilungen zu erleichtern, wurde 1946 in Wien die Warenzentrale der österreichischen Verbände landwirtschaftlicher Genossenschaften geschaffen. 1982 wurde daraus die Österreichische Raiffeisen Warenzentrale (ÖRWZ).

Reinhard Wolf, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Ware Austria AG

© RWA Austria AG

1992 gelang mit der Teilnahme am slowenischen Agrosaat die erste Auslandsexpansion. Seitdem expandierte RWA kontinuierlich nach Mittel- und Osteuropa und verfügt heute über Tochtergesellschaften in Tschechien, Kroatien, Ungarn, Rumänien, der Slowakei, Slowenien, Serbien und der Ukraine.

1993 schließlich entstand aus dem Zusammenschluss der Genossenschaften Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark und der ÖRWZ die RWA Raiffeisen Ware Austria reg.Gen.mbH, der 2004 auch die Speichergenossenschaften Burgenland angegliedert wurden. Derzeit 37 Lagergenossenschaften gehören der RWA an.

1998 übertrug die RWA Genossenschaft alle Geschäftsaktivitäten auf die neu gegründete RWA Raiffeisen Ware Austria AG, wobei die RWA reg.Gen.mbH als Holding weitergeführt wird.

1999 genehmigte die Europäische Union die strategische Allianz mit der Deutschen BayWa AG auf der Grundlage eines Aktientauschs. Die BayWa ist ähnlich strukturiert wie RWA und ein weltweit agierender Konzern mit den Geschäftsfeldern Energie, Agrar und Bau sowie dem Entwicklungssegment Innovation und Digitalisierung. Die 1923 gegründete Muttergesellschaft hat ihren Sitz in München. Sie hat ihren Ursprung im genossenschaftlichen Landhandel mit der Aufgabe, den ländlichen Raum mit allem zu versorgen, was die Landwirtschaft benötigt. Die BayWa betreibt auch eine eigene Baumarktkette, ähnlich der Lagerhauskette von Raiffeisen Ware Österreich.

2012 wurden die Mehrheitsanteile der AFS Franchise-Systems GmbH erworben. 2016 nahm das Agro Innovation Lab seinen Betrieb auf. In Österreich ist Raiffeisen Ware Austria derzeit an 30 Unternehmen beteiligt, die meisten davon zumindest mehrheitlich. (siehe Grafik).

Seit März 2013 bekleidet RWA-Vorstandsvorsitzender Reinhard Wolf die Position.

Konzernstruktur der RWA Austria AG

© RWA Austria AG

Umsatzentwicklung RWA Raiffeisen Ware Austria AG 2015 – 2021 Jahr Umsatz (in Millionen Euro) +/- vs. Vorjahr in % 2015 2.411 na 2016 2.243 -6,97 2017 2.386 6,38 2018 2.462 3,19 2019 2.536 3,01 2020 2.375 2.375, 92 52 52 5,2 3,19 2019

Die Geschäftsbereiche der RWA Raiffeisen Ware Austria AG

Die RWA-Gruppe ist ein diversifiziertes Unternehmen, das seine Produkte aus vielen verschiedenen Branchen bezieht. RWA unterteilt diese Bereiche in Landwirtschaft, Technik, Baustoffe, Bau- und Gartenmärkte, Energie und digitale Landwirtschaft.

Der mit Abstand wichtigste Sektor ist die Landwirtschaft. Rund 57 % des Gesamtumsatzes im Jahr 2021 wurden dort erwirtschaftet. An zweiter Stelle steht der Energiesektor mit 23,5 %. In diesen beiden Bereichen erzielte der Konzern im Vergleich zu 2020 absolut gesehen das größte Wachstum.

Auch der Gesamtumsatz von 2.950 Millionen Euro konnte gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden, und zwar um 576.000 Euro. Im Heimmarkt Österreich, der 65 % des Umsatzes ausmacht, wurden 420.000 Euro dieser Steigerung und ein Gesamtumsatz von 1,92 Mio. Euro erzielt.

Lagergenossenschaften

Die zu RWA gehörenden rund 90 Lagergenossenschaften in Österreich mit rund 120.000 Mitgliedern und 12.000 Beschäftigten sind eigenständige Unternehmen, regional fest verankert und demokratisch organisiert.

RWA-Lager befinden sich in ganz Österreich

© RWA

Mit den Speichergenossenschaften ist RWA ein wichtiger Nahversorger in den ländlichen Regionen Österreichs in den Bereichen Landwirtschaft, Landtechnik, Energie, Baustoffe sowie Haus und Garten.

  • Agrarabteilung: Lagerhäuser kaufen, lagern und vermarkten landwirtschaftliche Produkte. Darüber hinaus bieten sie den Landwirten ein umfassendes Spektrum an betrieblichen Ressourcen.
  • Landwirtschaftlicher Bereich: Die Lagerhäuser verkaufen alle technischen Geräte für den Betrieb eines landwirtschaftlichen Betriebs. Dazu gehören auch Großmaschinen, Fahrzeuge, Ersatzteile und ein Netz von Werkstätten.
  • Energiesektor: Lagerhaus vermarktet eine Vielzahl von Kraft- und Brennstoffen. Außerdem wird ein Tankstellennetz der Marke Genol betrieben.
  • Haus und Garten: Lagerhäuser fungieren als Bau- und Gartenmärkte mit Waren aller Art, und das Sortiment umfasst auch Lebensmittel, Kleidung, Geräte und das Nötigste.
  • Handwerk: Lagerhaus bietet auch zahlreiche Handwerks- und andere Dienstleistungen an. Dazu gehören zum Beispiel die Arbeiten von Elektrikern oder Klempnern

Mitarbeiterentwicklung RWA Raiffeisen Ware Austria AG 2015 – 2021 Jahr Mitarbeiter +/- vs. Vorjahr in % 2015 1.829 na 2016 1.891 3,39 2017 2.015 6,56 2018 2.204 9,38 2019 2.288 3,81 2020 2.312.601 56 1.4

Folgen des Krieges in der Ukraine

Vor Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine konnte RWA Ukraina ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6 % steigern. Besonderes Augenmerk wurde auf die Entwicklung des Saatgutmarktes gelegt. Das zweite große Geschäftsfeld der RWA Ukraine ist der Handel mit Brennholz, hauptsächlich Buchen- und Eichenholz.

Bedingt durch den Krieg und die gegen Russland verhängten Sanktionen gab es große Probleme bei der Versorgung mit Düngemitteln. Im Jahr 2021 wurden in Russland etwa 3,3 Millionen Euro an Düngemitteln gekauft.

Laut RWA-Geschäftsführer Reinhard Wolf belasten die hohen Energiekosten den Betrieb am stärksten. Daher sind vor allem das Trocknen des Getreides und das Beheizen der Lagerhallen besonders teuer.

Die Nachfrage nach Brennholz ist 2022 stark gestiegen. Die Nachfrage konnte aufgrund von Hamsterkäufen nicht gedeckt werden. Es fehlt an Material, Transport- und Verarbeitungsmöglichkeiten.

RWA Raiffeisen Ware Austria AG im Internet

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