ÖVP-Ermittlungen: WKStA will Daten zu Dutzenden BKA-Mitarbeitern

27.08.2022 09:11 (27.08.2022 09:11)

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Die Unternehmens- und Korruptionsstaatsanwaltschaft will im ÖVP-Werbeskandal die elektronischen Daten von Dutzenden Mitarbeitern des Bundeskanzleramts öffnen.

E-Mail-Postfächer, Office-Dokumente (oder andere Co-Working-Spaces), persönlich zugeordnete Laufwerke inklusive Backups und Sicherungskopien aller BKA-Mitarbeiter von Dezember 2017 bis Oktober 2021 im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und strategische Kommunikation müssen gewährleistet sein.

100 Personen von den Durchsuchungen betroffen

Dies geht aus einem der APA vorliegenden Auftrag hervor. Betroffen sind auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Informationsarbeit der Bundesregierung (insbesondere Informationsinitiativen, Mediaplanung und Haushalt) des Kabinetts, die für die beiden genannten Bereiche zuständig waren, sowie die zugeordneten Teamassistentinnen und -mitarbeiter sowie die Mitarbeiter der Geschäftsstelle. . Insgesamt nahmen schätzungsweise rund 100 Personen an den Durchsuchungen teil.

Staatsanwälte argumentieren, ehemalige enge Mitarbeiter von Altkanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hätten zu viele E-Mails gelöscht und ihre Handys getauscht und nun könnten Beweise fehlen. Schon jetzt sei klar, dass „die Angeklagten im Zuge der Umsetzung ihres kriminellen Plans per E-Mail oder Chat-Nachrichten kommunizierten“. Die erforderliche Beweiserhebung sei anders nicht möglich, „weil die Beklagten ihre elektronischen Daten in großem Umfang gelöscht haben“, heißt es in der Begründung.

gelöschte E-Mails

Im gesicherten E-Mail-Postfach eines Kurz-Sprechers heißt es, dass fast alle E-Mails vom 10. Januar 2020 bis zum 3. August 2021 gelöscht wurden.“ In diesem Zeitraum seien nur noch 242 „eindeutige“ E-Mails – also nach der Deduplizierung – in dem Postfach, fast alle aus dem Outlook-Ordner “Kalender” und “Posteingang/Flüge”. E-Mails seit dem 5. August 2021. wurden ebenfalls fast durchgehend gelöscht, damit sie im Rahmen der IT-Forensik nachverfolgt werden konnten. Die erste E-Mail, die nicht gelöscht wurde war der 5. Oktober 2021 um 17:28 Uhr, also unmittelbar vor der Suche am nächsten Tag.” sagt die WKStA.

Durch die Gewinnung tausender zusätzlicher Daten erhofft sich die WKStA indirekt „Informationen zur Auftragsvergabe und Nutzung von Umfrageergebnissen in der Öffentlichkeitsarbeit“. „Eine Einschränkung auf bestimmte Personen ist aufgrund fehlender Kenntnisse über konkrete Strukturen und Verantwortlichkeiten sowie betriebliche Abläufe innerhalb der umfangreichen Belegschaft nicht möglich.“

“Weiter graben”

Das Bundeskanzleramt Karl Nehammer (ÖVP) kündigte laut “ZiB2” eine Kooperation an. Die Aktion sei jedoch zu weit gefasst und er würde gerne wissen, dass die Privatsphäre von Mitarbeitern, die nicht beteiligt sind, geschützt werde, sagte er.

Der Anwalt von Kurz, Werner Suppan, sieht in diesem Schritt ein weiteres Zeichen dafür, dass “die Ermittlungen der WKStA bisher nichts Anstößiges ergeben haben”. „Da du nichts gefunden hast, musst du weiter graben. Aber auch hier wird die WKStA nichts finden, weil sich niemand schuldig gemacht hat.“

„Die Luft wird dünner“

Die FPÖ kommentierte das Gegenteil: „Die Luft der ÖVP, die im Sumpf der Korruption versinkt, wird immer dünner“, sagte ihr Unterausschussvorsitzender Christian Hafenecker in einer Aussendung. Er interpretiert die WKStA-Anordnung als “klares Signal, dass schwarze ‘Tatortreiniger’ jetzt gestoppt werden”.

Die Öffentlichkeitssache betrifft den Verdacht, dass ÖVP-Mitglieder um den damaligen Außenminister Sebastian Kurz Haushaltsmittel des Finanzministeriums ab 2016 illegal verwendet haben sollen, um gefälschte Meinungsumfragen zu erstellen und in der Zeitung zu platzieren. Zeitung “Österreich”. Ziel sollte es gewesen sein, die öffentliche Meinung und die Meinung der ÖVP innerhalb der Partei zu beeinflussen, um Sebastian Kurz zum ÖVP-Vorsitzenden und österreichischen Bundeskanzler zu machen.

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