Der nationale Kerzenmarktführer erklärt, wie sich die Inflation auf seine Branche auswirkt. Er berichtet von „massiven Kostenänderungen“.
Kerzen bringen nicht nur Wärme, sondern auch Gemütlichkeit. Gerade in der dunklen Jahreszeit mit vielen Krisen (Inflation, Energie, Krieg in der Ukraine) kann warmes Kerzenlicht für wohltuende Momente sorgen.
Wie so viele Bereiche der Wirtschaft ist auch die Kerzenproduktion von der Inflation betroffen.
“Kleiner Luxus”
„Ja, wir spüren bereits Veränderungen im Markt“, berichtet Herbert Hofer, Geschäftsführer von Hofer-Kerzen in Weyer (Kreis Steyr-Land), gegenüber „Heute“: „Aber wir haben die glückliche Situation im Kerzenmarkt, dass wir haben Sie ein Produkt von kleinem Luxus oder die kleine Erlösung der Seele.
Aber gerade in Krisenzeiten hätten die Menschen “eine angenehme und wertvolle Zeit”. Dazu tragen Kerzen „einfach, aber essentiell“ bei.
„Gespart wird meist für größere Anschaffungen oder Ausgaben, die den Geldbeutel stark belasten. Kerzen gehören nicht dazu“, berichtet Hofer.
“Massenkostenverschiebungen”
Kerzen bestehen hauptsächlich aus Fetten und pflanzlichen oder mineralischen Ölen. Diese haben sich laut Hofer „in den letzten Jahren teilweise mehr als verdoppelt oder verdreifacht“. Die Folge: „Dadurch waren wir gezwungen, diese massiven Kostenänderungen in unsere Preisgestaltung einzubeziehen.“
Darüber hinaus sind auch die Kosten für alle anderen notwendigen Komponenten wie Transport, Verpackung oder Energie gestiegen.
Die Hauptkosten einer Kerze sind laut Hofer der Brennstoff, nämlich das Wachs. „Deshalb können alle bei Raumtemperatur festen und stabilen Brennfette und -öle verwendet werden.“ Beispiele sind Paraffin, Pflanzenöle wie Sojabohnen- und Palmöl sowie Bienenwachs.
100 Millionen Kerzen pro Jahr
Das Unternehmen Hofer-Kerzen beschäftigt derzeit 30 Mitarbeiter, davon 26 Frauen und vier Männer („Frauenpower wollen wir!“). Mit einem Anteil von rund 25 Prozent ist sie Marktführer in Österreich.
Jährlich werden ca. 100 Millionen Kerzen produziert, Grabkerzen verkaufen sich am besten. Nach Angaben des Geschäftsführers wird der Betrieb in diesem Jahr mit einem Umsatz von mehr als 30 Millionen Euro abschließen.
Die Firma Hofer-Kerzen hat eine lange Geschichte:
Die erste urkundliche Erwähnung einer Wachsmanufaktur am Standort Weyer geht laut Hofer auf das Jahr 1418 zurück. Seit die Familie Hofer die Wachsmanufaktur 1823 erwarb, wird sie in der sechsten Generation geführt. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Unternehmen von einer kleinen Werkstatt zu einem internationalen Markenartikelunternehmen entwickelt.
Die meisten notwendigen Kerzenprodukte werden in Polen und Slowenien hergestellt. Sonderanfertigungen und individuelle Produkte werden am Firmenstandort in Weyer hergestellt.
Mit Blick auf das anstehende Weihnachtsgeschäft ist Hofer optimistisch. Er gehe davon aus, dass sich der Bedarf an Weihnachtskerzen „ähnlich“ wie in den Vorjahren entwickeln werde: „Weihnachten ist ein so wichtiges Fest in Familie und Gesellschaft, dass auch in Krisenzeiten nicht damit zu rechnen ist, dass auf sie verzichtet wird Kerzen”.
„Weihnachten ist eine schöne Zeit, die sich schön und einfach durch Kerzenlicht hervorrufen lässt“, sagt Hofer.
Österreich ist übrigens ein „typisches Grablichtland“: „Österreicher haben das Bedürfnis, mit echtem Licht, sprich Kerzenlicht, ihrer Toten zu gedenken.“ Das sei nicht in allen europäischen Ländern der Fall, in anderen Ländern würden “Trauerlichter kaum genutzt”, so der Experte.
Preiserhöhungen bei Bestattungsunternehmen
Vor Allerheiligen wurden lokale Unternehmen von steigenden Kosten getroffen. Wie “Today” berichtet, sind die Preise für Särge, Urnen und Einäscherungen explodiert.
Nav-Account JR Zeit14.11.2022, 04:00| Zeit: 14.11.2022, 04:00