Putin entwirft Alleinerziehende, Krebskranke und Halbblinde

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Dieser Mann hat Krebs, ist halbtaub und kann kaum sehen, aber er wird eingezogen.

Weitere 300.000 Russen müssen in die Ukraine. Das will Präsident Wladimir Putin (69). Doch das Rekrutierungschaos ist groß: Selbst Putins Top-Propagandisten kritisieren den Mobilisierungsprozess.

Offenbar scheut die russische Armee in ihrer Verzweiflung nicht einmal davor zurück, Schwerkranke zu rekrutieren. Laut einem Bericht der Novaya Gazeta wurde ein 59-jähriger Russe in der russischen Stadt Asbest angeworben. „Er hat sich am nächsten Morgen bei der zuständigen Behörde gemeldet, in der Hoffnung, ihn nach der ärztlichen Untersuchung entlassen zu können. Er leidet an Hautkrebs und Nierensteinen, ist auf einem Auge blind und hat sogar Hörprobleme“, erklärt die Tochter des Ex-Chirurgen der Zeitung .

Schwerkranke, Lehrer und Alleinerziehende

Doch schwere Behinderungen und Einschränkungen interessieren bei der Einstellung niemanden. Der Mann wird rekrutiert und in ein militärisches Ausbildungslager geschickt. Doch damit nicht genug: Der Mann wird sogar zum Kommandeur seiner Einheit ernannt!

„Sie steht unter Schock“, sagte ihre Tochter. “Er musste sein Smartphone abgeben und durch ein Handy mit Druckknopf ersetzen. In zwei Wochen soll er in die Ukraine reisen.”

Das ist kein Einzelfall, wie “Daily Beast” schreibt. Putins Hauptpropagandist Wladimir Solowjow, auch „Putins Sprachrohr“ genannt, und seine Kollegin Margarita Simonjan, 42, Chefredakteurin des Staatssenders RT, sammeln seit der Bekanntgabe der Mobilisierung Beispiele von Menschen, die illegal rekrutiert wurden. .

Unter den Mobilisierten seien laut Simonyan auch Menschen in den Sechzigern. Einige sind sogar noch größer. Auch Schüler oder Schwerkranke sollen dorthin ziehen, ebenso wie Lehrer. Er hörte sogar von einer alleinerziehenden Mutter, die aufgefordert wurde zu gehen.

Versorgungsbedenken

Laut Solovyov sind auch andere “ungeheuerliche Beispiele” aufgetaucht. In der Stadt Nowosibirsk wurde unter anderem ein schwer erkrankter Musiker mobilisiert. Auch der zuständige Senator Alexander Karelin musste eingreifen. „Der Rekrutierungsoffizier sagte, er habe den Musiker eingezogen, weil er sich schon einmal über ihn beschwert habe“, sagte Solowjow. Propagandisten warnten davor, dass selbst kleine Beschwerden Einstellungsentscheidungen beeinflussen könnten.

Zudem erhalten viele Soldaten kaum eine Ausbildung und werden sofort an die Front versetzt. „Uns wurde mitgeteilt, dass es im Kriegsgebiet keine einsatzvorbereitende Ausbildung geben wird“, schreibt ein Mobilisierter auf Telegram. Sie schicken es in zwei Tagen nach Cherson.

Simonyan äußert sich auch besorgt über die Versorgung russischer Soldaten. „Für die Zehntausende, die schon an der Front waren, mussten wir früher Waren schicken. Züge voller Schutzwesten, Socken, sonstiger Ausrüstung. Werden wir in der Lage sein, diese 300.000 Menschen mit allem zu versorgen, was sie brauchen?”

Hunderttausende fliehen

Hunderttausende Russen fliehen vor der drohenden Mobilmachung. An den Grenzen bilden sich kilometerlange Schlangen, Wartezeiten können mehrere Stunden oder sogar Tage betragen. Schätzungsweise 260.000 Russen sind bereits ins Ausland geflohen, Tausende weitere sollen folgen.

Gerüchten zufolge könnte Präsident Putin sogar eine Ausgangssperre für alle Männer im wehrfähigen Alter verhängen. (Schwester)

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