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Fast vier Monate lang hat Russland die Ukraine in Schutt und Asche gelegt und Tod, Leid und Zerstörung über das Nachbarland gebracht. Und er findet immer noch Zeit für seine ungeschickten Sticheleien gegen den Westen.
Ein letztes Beispiel: Der Platz vor der US-Botschaft in Moskau wird nach der selbsternannten “Volksrepublik Donezk” (DVR) umbenannt. Eine Provokation, die den USA nicht gefallen dürfte. Denn die Maßnahme wird die US-Botschaft zwingen, sich bei der Angabe ihrer Adresse auf die DVR zu beziehen, die Washington (und der Rest des freien Westens) nicht als unabhängigen Staat anerkennt.
Juni 2020: Auch die USA können provozieren! An der US-Botschaft wird demonstrativ eine Regenbogenfahne aufgehängt. Foto: imago images / ITAR-TASS
Der entsprechende Namensänderungserlass wurde am Mittwoch von der Stadtverwaltung erlassen. Die Initiative zur Namensänderung kam von der Moskauer Stadtduma.
Der endgültige Name wurde durch eine Online-Umfrage ermittelt; Allerdings standen neben der DVR nur die „Verteidiger des Donbass“ und der im März gefallene Separatist Vladimir Shoga zur Auswahl. Die Maßnahme zielte von Anfang an darauf ab, Washington zu verärgern. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow unterstützte den Plan öffentlich.
Diese Provokation von Diplomaten ist kein neues Phänomen des Ukrainekrieges. In Washington wurde der Platz vor der russischen Botschaft 2018 in Boris Nemzow-Platz (nach englischer Transkription) umbenannt, zu Ehren des 2014 erschossenen russischen Oppositionspolitikers Boris Nemzow. Moskau reagierte verärgert darauf.
Die tschechische Hauptstadt Prag zog nach und benannte den Nemzow-Platz 2020 vor der russischen Botschaft. Auch ein Weg vor der Botschaft wurde nach der ebenfalls erschossenen kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja benannt.
Die russische Botschaft nutzte lange Zeit ein Konsulatsgebäude für ihre Adressierung. Nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine änderten die Prager Behörden auch hier den Namen der Straße. Seitdem heißt sie „Die Straße der Helden der Ukraine“.
Die aktuelle Farce des Richtungswechsels ist nur ein weiteres Beispiel für das völlig kalte Verhältnis zwischen den USA und Russland. Auch Putins Kettenhund Dmitri Medwedew (56) machte zuletzt deutlich, wie er die Verbindung beider Länder schätzt.
Er schrieb verächtlich an das Telegramm: „Wir haben im Moment keine Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Sie sind auf der Kelvin-Skala bei null.“ In Bezug auf mögliche Gespräche über nukleare Abrüstung sagte er, es sei nicht nötig, sagte Medwedew: “Es ist schlecht für Russland.”