Kriminalität in Sachsen
Geiselnahme in Dresden: Staatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen
Stand: 11:08 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die Geiselnahme in der Innenstadt endete mit schwer verletzten Kriminellen
Vor Weihnachten erreicht Dresden die Nachricht von einer Geiselnahme in einem Einkaufszentrum in der Innenstadt. Die Polizei stoppt es: Der Angreifer wird tödlich verletzt.
Einen Tag nach der Geiselnahme muss nun geklärt werden, wie der 40-Jährige an die scharfe Waffe gelangte, mit der er seine Mutter tötete und mehrere Menschen bedrohte. Er selbst starb, nachdem er von Spezialeinheiten der Polizei angegriffen worden war.
Im Fall der Geiselnahme in Dresden übernimmt nach Polizeiangaben nun die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. Unter anderem ist zu klären, wie der Autor in den Besitz einer scharfen Waffe kam. Am Samstagmorgen hielt ein 40-jähriger Mann Polizei und Ersthelfer stundenlang auf Trab. Die Polizei geht davon aus, dass er psychisch krank war. Er starb, nachdem er von Spezialeinheiten der Polizei angegriffen worden war.
Die Polizei kümmerte sich um drei Tatorte. Am Morgen soll der 40-Jährige seine 62-jährige Mutter im Dresdner Stadtteil Prohlis getötet haben. Anschließend versuchte er mit vorgehaltener Waffe in die Innenstadt von Radio Dresden einzudringen und schoss. Als er dies tat, hatte er den 9-jährigen Sohn eines Freundes bei sich. Später versteckte er sich mit dem Jungen und einem 38-jährigen Mitarbeiter in einem Büro im Einkaufszentrum Altmarkt-Galerie.
SEK-Agenten sichern die Dresdner Innenstadt
Quelle: AFP/JENS SCHLÜTER
Die Altmarktgalerie wurde am Samstagmorgen von der Polizei abgesperrt
Quelle: dpa/Jörg Schurig
Nach Angaben der Polizei wählte er von diesem Büro aus die Notrufnummer 911. Beamte sollen jederzeit mit ihm in Kontakt bleiben können. Das Polizeipräsidium Dresden forderte daraufhin Spezialkräfte des Sächsischen Landeskriminalamts auf und sperrte das Areal Altmarkt-Galerie ab. „Während die Aktion fortschritt, hörten die Rettungsdienste Schüsse aus dem Büro und es folgte eine vorbereitete Notfallreaktion. Die Beamten mussten eine Tür gewaltsam öffnen“, sagte er. Die Beamten sollen die Schusswaffe benutzt haben, der 40-Jährige trug eine scharfkantige Pistole. Die Geiseln blieben unverletzt.
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“Weitere Informationen können derzeit nicht eingeholt werden. Die Abwicklung des Einsatzes und die Ermittlungen werden einige Zeit in Anspruch nehmen”, teilte die Polizei mit, insgesamt seien etwa 300 Beamte entsandt worden.
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert zeigte sich besorgt über die Geiselnahme in der Landeshauptstadt und dankte den Einsatzkräften. „Diese Tat zeigt, wie zerbrechlich Besinnung und Freude vor Weihnachten sein können“, sagte der FDP-Politiker, wie die Stadt Dresden am Samstag auf Twitter mitteilte. Seine Gedanken sind bei allen, die im Einkaufszentrum Altmarkt-Galerie und im Bürogebäude Ammonhof in Gefahr waren. „Ich danke allen Einsatzkräften für ihr professionelles Handeln“, sagte Hilbert.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erklärte zu der Geiselnahme auf Twitter, er sei „erleichtert, dass diese bedrohliche Situation beendet werden konnte“. Er dankte der Polizei für ihr “entschlossenes und umsichtiges” Vorgehen. „Meine Gedanken sind bei den Opfern dieses Tages und ich hoffe, dass sie diese schrecklichen Erfahrungen auch gemeinsam mit Gleichaltrigen diskutieren und verarbeiten können“, fügte Kretschmer hinzu.
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Landesinnenminister Armin Schuster (CDU) sagte, er sei „entsetzt über die Tat eines mutmaßlich psychisch gestörten Einzeltäters und erleichtert, dass die Polizei die beiden Inhaftierten des Täters angesichts der schwierigen Lage unversehrt freilassen konnte“. Das schnelle und behutsame Eingreifen der Einsatzkräfte habe „möglicherweise Schlimmeres verhindert“.