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Ernst Oschwald hat diesen Sommer eine große Solaranlage auf seinem Haus installiert.
Ruedi Studer (Text) und Philippe Rossier (Fotos)
Sind die Speicher am Ende des Winters leer, droht in der Schweiz Stromknappheit. Im schlimmsten Fall wird das Netz für Stunden unterbrochen. Dann sitzen Herr und Frau Schweizer im Dunkeln!
Alle? Nein nicht alle. Bei Ernst Oschwald (63) und seiner Familie in Walterswil SO funktionieren Kühlschrank und Waschmaschine auch dann, wenn der Strom ausfällt. Licht aus ist auch nicht angesagt. Und die Wärmepumpe liefert weiterhin Wärme.
Auf dem Dach seines über 200 Jahre alten Hauses wurde eine Solaranlage installiert. Die Solarfläche von 110 Quadratmetern liefert zuverlässig Energie. Im Untergeschoss befindet sich ein Batterieturm mit einer Speicherkapazität von 20 Kilowattstunden. Bei Stromausfall schaltet das System auf Notstrom um.
Die Batterie ist vom Netz getrennt
„Wenn das Stromnetz ausfällt, merken wir das nicht einmal, zumindest nicht sofort“, sagt Oschwald. “Nur abends, wenn die Straßenlaternen ausgehen und es bei den Nachbarn dunkel wird.” Die Ausdauer Ihrer Kraftinsel hängt von der Jahreszeit und dem Wetter ab. «Im Sommer sind wir zu 100 Prozent autark», sagt der Solothurner.
Auch im Winter liefert es Strom. Damit auch der Strom ausfällt, müsste die Anlage verschneit oder der Himmel tagelang bewölkt sein. „Dank der Batterie überstehen wir immer einen vier- bis achtstündigen Stromausfall, auch wenn die Wärmepumpe läuft.“
Bei einem Stromausfall fallen viele Systeme aus
Glücklich also, wer hat eine Photovoltaikanlage? Ich bin mir nicht sicher. „Viele Menschen denken, dass eine Solaranlage sie vor einem Stromausfall schützt“, sagt David Stickelberger (60) vom Verein Swissolar. „Die meisten Solaranlagen sind auf eine Versorgung aus dem Netz angewiesen, sonst funktionieren sie gar nicht.“
Damit ein System autark arbeiten kann, wird ein Hybrid-Wechselrichter benötigt, der über das Hausnetz vom allgemeinen Stromnetz abhängig ist. Und es braucht einen leistungsstarken Akku. „Der sogenannte Inselbetrieb ist auch ohne Netzwerkverbindung möglich.“ Bei bestimmten Systemen ist sogar ein einphasiger Notstrombetrieb ohne Batteriesystem möglich, was laut Stickelberger zumindest für einige Leuchten ausreicht.
Es gibt keine Zahlen darüber, wie viele Systeme eine solche Insellösung haben. Stickelberger schätzt, dass nicht mehr als ein Drittel der Solaranlagenbesitzer die Anlage besitzen. „Allerdings steigt die Nachfrage nach Batterien deutlich“, sagt der Experte. Auch der Solarmarkt boomt. Wer sich jetzt erst für den Energiemangel im Winter eindecken will, ist zu spät. Die Wartezeit für Solaranlagen beträgt derzeit ein Jahr.
“reines Glück”
Oschwald betont, dass es pures Glück war, dass er kurz vor der drohenden Energieknappheit auf PV umgestiegen ist. Da er seine Gasheizung ersetzen musste, stieg er auf erneuerbare Energien um.
Betreut wurde das Projekt von der Eigenbaugenossenschaft SolAar. Oschwald hat die Anlage mit seinen Söhnen im Sommer installiert und im Juli in Betrieb genommen. Und wenn Sie mehr Strom produzieren als Sie verbrauchen, zahlt Ihnen Ihr Stromanbieter eine Gebühr.
Oschwald rechnet nicht mit einem Blackout
Lädt Oschwald bei Stromausfall die Nachbarn in die warme Stube ein? „Wenn jemand kommen möchte, weil er zu Hause im Dunkeln sitzt und friert, haben wir offen“, sagt er schmunzelnd. Er glaubt nicht, dass es Neider geben kann. “Aber ich bin sicher, dass einige Leute im Dorf gerne wissen würden, warum mein Licht an ist.”