U-Ausschuss: Mit Spannung erwarteter Auftritt von Thomas Schmid

Im Korruptionsermittlungsausschuss der ÖVP dreht sich nächste Woche alles um Thomas Schmid. Der frühere Generalsekretär des Finanzministeriums und ehemalige Chef der ÖBAG wird nun als Informant vor dem ÖVP-U-Ausschuss auftreten, nachdem er die Vorwürfe am Donnerstag mehrfach ignoriert hatte. Im Mittelpunkt der Befragung stehen Schmids Äußerungen gegenüber der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), durch die er mehrere prominente ÖVP-Politiker belastet hatte.

ÖVP blockiert Einigung mit WKStA

Auch in der WKStA wurde vergangene Woche genau diskutiert, was die Parlamentarier Schmid am 3. November fragen werden. Die Staatsanwälte befürchten, dass Fragen an den Ausschuss U zu Angelegenheiten, die noch nicht verhandelt wurden, die Ermittlungen behindern könnten. Die Staatsanwaltschaft wandte sich daher mit einer Liste von Sachverhalten an die Fraktionen, zu denen Schmid bereits ausgesagt hatte. Derzeit ist aber noch keine Einigung erzielt worden, weil die ÖVP als einzige Fraktion eine solche Einigung nicht akzeptiert hat.

Auf jeden Fall wird Schmid zum Inhalt der bereits bekannten Vernehmungsprotokolle befragt: Ob Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) von dem „Beinschab-Österreich-Tool“ gewusst oder es in Auftrag gegeben habe, Kurzs Rolle bei solchen Terminen von Thomas Schmid als Chef der ÖBAG und eine angebliche Falschaussage von Kurz gegenüber dem Komitee U, sowie angebliche Steuerbefreiungen für Investoren wie Siegfried Wolf oder René Benko.

Sobotka wird nicht präsidieren

Mit seinen Äußerungen gegenüber der WKStA belastete Schmid auch den aktuellen Vorsitzenden des U-Ausschusses, den Nationalratsvorsitzenden Wolfgang Sobotka (ÖVP). Damit seien Steuerprüfungen bei der „Alois-Mock-Stiftung bzw. dem Alois-Mock-Institut“ und der „Erwin-Pröll-Stiftung“ erfolgreich vermieden worden, so Schmid. Sobotka, der in dieser Funktion bereits mehrfach von der Opposition wegen seines parteiischen Verhaltens kritisiert wurde, wird Schmids Vernehmungen fernbleiben. Am 3. November entschuldigte er sich für eine “lange geplante Auslandsreise”.

Nach Schmid wurde die frühere Kanzleramtschefin von Ex-Kanzler Werner Faymann (SPÖ), Nicole Bayer, von der ÖVP am 3. November als Auskunftsperson eingeladen. Der erste echte Wahltag in der Woche vom 2. November fällt wegen der ausserordentlichen Nationalratssitzung aus.

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