Marktbericht
Stand: 30.09.2022 13:10
Auch der DAX befindet sich in der Mittags-Gewinnzone. Doch ein Blick auf den bisherigen Wochenverlauf zeigt, wie fragil diese Kursgewinne sind.
In der Spitze stieg der DAX um 1,3 Prozent auf 12.132 Punkte zur Mittagszeit. Dies signalisiert einen versöhnlichen Abschluss des schwächsten Septembers seit der Finanzkrise 2008. Allerdings bleibt abzuwarten, wie lange die Kursgewinne tatsächlich anhalten. Gestern und vorgestern war der deutsche Leitindex im Handelsverlauf zeitweise noch höher geklettert. Die jeweiligen Tiefststände lagen jedoch unter 11.900.
Es bestehe kein wirkliches Kaufinteresse, sagte Jochen Stanzl, Chief Market Analyst beim Online-Broker CMC Markets. Vielmehr stornierten einige Anleger ihre Wetten auf einen weiteren Kursrückgang.
Wirtschaftsupdate vom 30.09.2022
Bettina Seidl, Personalabteilung, 30.9.2022 09:50 Uhr
Viele Negative haben bereits den Preis
“Die extrem schlechte Preisgestaltung des Unternehmens hat derzeit ihren Preis. Positive Überraschungen könnten das Parkett deutlich entlasten”, kommentierte Thomas Altmann von QC Partners vor dem Ende der Berichtssaison im dritten Quartal.
Inflation in der Eurozone auf Rekordniveau
Die ohnehin schon hohe Inflation in der Eurozone hat noch zugenommen. Im September stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,0 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat heute am späten Vormittag mitteilte. Es ist der stärkste Anstieg seit Einführung des Euro als Buchwährung im Jahr 1999. Analysten hatten mit einer Inflationsrate von 9,7 Prozent gerechnet. Im Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um 9,1 Prozent.
„Die EZB wird voraussichtlich an ihrer Sitzung im Oktober eine weitere Zinserhöhung um 75 Basispunkte auf den Weg bringen“, sagt Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. “Eine weitere Straffung der Geldpolitik wird bei den nächsten Sitzungen auf der Tagesordnung stehen, wenn auch wahrscheinlich in etwas kleineren Schritten.”
Adidas und Puma folgen Nike
Adidas und Puma gehören zu den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt. Der amerikanische Rivale Nike hatte einen Gewinnrückgang gemeldet und vor weiterem Druck auf die Margen gewarnt. Die Zunahme von Rabattaktionen sei ein schlechtes Omen für europäische Sportartikelhersteller, sagte Analyst James Grzinic von der Investmentbank Jefferies. Sie sollten wohl nachziehen. Nike-Aktien fielen gestern im nachbörslichen Handel um mehr als 9 Prozent.
Die Porsche-Aktie bleibt bei 82,50 Euro
Einen Tag nach dem Börsengang notieren die Aktien des Sportwagenherstellers Porsche AG die meiste Zeit über dem Ausgabepreis von 82,50 Euro. Unklar bleibt, ob primär „echte“ Marktnachfrage oder unterstützende Käufe von Notenbanken eine Rolle gespielt haben.
Porsche SE erringt Erfolg vor Gericht
Im milliardenschweren Rechtsstreit um die Folgen der gescheiterten VW-Übernahme der Porsche SE im Jahr 2008 erlitten die Kläger einen herben Rückschlag. Die Ablehnung zahlreicher Anlegerziele habe das Feststellungsklagemodell erfolglos gemacht, sagte der Richter des OLG Celle. Der Ausgang des Anlegermusterverfahrens (KapMug) sei für das anhängige Verfahren beim Landgericht Hannover bindend, sagte ein OLG-Sprecher.
Uniper will schnelle Hilfe
Der angeschlagene Energiekonzern Uniper bat die Bundesregierung um schnelle Direkthilfe nach dem Ende der Gasumlage. „Damit die Gasversorgung weiterhin gewährleistet ist, müssen die Kosten für den Bezug von Ersatzgas getragen werden“, sagte ein Sprecher des Gasimporteurs der „Rheinischen Post“.
Die Bundesregierung hat zugesichert, „dass Gasimporteure nun direkt und individuell zu diesem Zweck unterstützt werden“. Dies sei eine Voraussetzung dafür, „dass die Gasimporteure weiterhin ihre systemkritische Rolle spielen“.
Euro im Verlust gegenüber dem Dollar
Der Dollar ist auf dem Devisenmarkt gefragt. Im Gegenzug fiel die Gemeinschaftswährung um 0,7 Prozent auf 0,976 Dollar.
Ölpreise mit leichtem Rückenwind
Spekulationen über eine Kürzung der Ölförderung durch die…