Was hat die Gemeinde Balgach SG gegen diese kleinen Häuser?

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Obwohl Robert Kochgruber wütend ist, hat er sein Lächeln nicht verloren.

Sandro ZulianReporter News

Sie sind beliebt und heiß begehrt: Tiny Houses. Sie bieten auf nur 25 Quadratmetern ein nahezu CO2-neutrales Wirtschaftsleben. Dein Tiny House zum günstigen Preis. Davon sind viele Menschen auf der ganzen Welt überzeugt.

In Gais AR gibt es bereits vier solcher Häuser. Sie kosten jeweils rund CHF 315’000. Die Liegenschaft ist ebenfalls vermietet, allerdings für mehrere Jahrzehnte, und kostet rund 500 Franken im Monat. Eine einseitige Kündigung ist sehr schwierig und die Kündigungsfristen dementsprechend lang. Alle Gebäude, gebaut mit Holz aus der Region, sind bereits verkauft. Die ersten Eigentümer werden in den kommenden Wochen einziehen.

Architekt dieser Häuser ist Robert Kochgruber (63). Inspiriert wurde sie vom Reisen im Wohnmobil: „Plötzlich wurde mir klar, dass ich eigentlich nicht mehr Platz brauche.“ Nach dem Projekterfolg in Gais hat Kochgruber Blut geleckt. In der Schweiz sind mehrere Projekte geplant. Dies gilt auch für Balgach SG im Rheintal. Doch dort beißt Kochgruber in den Granit.

“ein Missverständnis”

Der Kampf mit der Gemeinde begann mit dem Bauantrag. Kochgruber erhielt im November 2021 eine kurze Rückmeldung, die dem Blick vorliegt. Er sagt: Er habe “unvollständige Unterlagen” eingereicht.

Er hat keine. Die Gemeinde reagierte nicht auf Kochgrubers Antwort. Bis er einen Anwalt einschaltete. Knapp drei Monate nach dem Grundstücksantrag die Antwort der Gemeinde: „Aufgrund personeller Veränderungen in der Gebäudeverwaltung hat es hier offensichtlich ein Missverständnis gegeben“, schreibt der Interimsmanager. Natürlich waren die Unterlagen vollständig.

„Danach dachte ich, ja, jetzt kann es endlich losgehen!“, sagt Kochgruber. Doch wieder einmal zeigte ihm die Community die kalte Schulter und meldete sich nicht. Mehr als ein halbes Jahr lang habe er entweder gar nicht oder nur verbal kommuniziert. Kurz gesagt, Kochgruber musste an drei Ecken erfahren, dass der Gemeinderat offenbar einhellig gegen sein Vorhaben war. Und das, obwohl der Eigentümer selbst von dem Projekt begeistert ist. Es gab nie Einwände gegen sein Projekt.

Wenn die Straße nicht gezeichnet ist, existiert sie nicht

Das Grundstück, auf dem die Tiny Houses geplant sind, kann über zwei asphaltierte Straßen erreicht werden. Doch das reicht der Gemeinde nicht. Da eine der Straßen im offiziellen Höhenplan nicht eingezeichnet ist, existiert sie offiziell nicht. Die Gemeinde nennt es eine Geisterstraße. Kochgruber soll eine dritte Zufahrtsstraße in Eigenregie bauen lassen. „Ich kann nicht glauben, dass eine Gemeinde, die sich ‚Energiestadt‘ nennt, so resistent gegen unser Projekt ist“, klagt er.

Neben weniger Absätzen aus der Community will er eigentlich nur eines: „Mach einfach deinen Job und lass den gesunden Menschenverstand walten!“ Der Fall der Tiny Houses ist nun nach Kochgrubers Einspruch beim Kanton St. Gallen Der Kanton wie auch die Gemeinde Balgach lehnten eine Stellungnahme zum “laufenden Verfahren” von Blick ab. Der Eigentümer sei aber zu allem bereit, sagt Kochgruber: „Notfalls zum Bundesgerichtshof für die Häuser gehen.“

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