Wegen Evakuierung von Lützerath: 200 Vermummte verwüsten Berlin

Berlin – Brennende Mülltonnen, pyrotechnische Attacken und viele zerbrochene Schaufenster! In der Nacht zum Freitag fegte ein wütender Mob von bis zu 200 Vermummten durch das Zentrum der Hauptstadt. Der Grund: die Evakuierung der Stadt Lützerath am anderen Ende Deutschlands.

Nach Angaben der Berliner Polizei begannen gegen 1.15 Uhr die ersten maskierten Männer damit, die Mülltonnen in Brand zu setzen. Nachdem die Gruppe deutlich gewachsen war, zogen sie weiter.

Augenzeugen zufolge warfen rund 200 maskierte Personen, vermutlich aus der linksextremen Szene, Kopfsteinpflaster auf insgesamt 26 Geschäfte in der Rosenthaler Straße und der Neuen Schönhauser Straße. Laut Polizei wurden auch mit Farbe gefüllte Christbaumkugeln geworfen.

Die Fassade eines Hauses wurde mit „Lützi bleibt“ bemalt.

Foto: Fabian Sommer/dpa

Randalierer bemalten auch Fassaden und Fenster mit Lützerath-bezogenen Parolen. „Lützi queda“ war in verschiedenen Farben zu lesen.

Polizeistation mit Pyrotechnik angegriffen

Nach Angaben der Polizei war auch die Polizeiwache in der Brunnenstraße Ziel der Anschläge und wurde mit Pyrotechnik attackiert. Zwei Männer (23, 34 Jahre) und ein 18-Jähriger wurden im Zusammenhang mit dem Verbrechen festgenommen. Die Polizei suchte mit einem Hubschrauber nach den Tätern.

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Nach ersten Erkenntnissen waren die Parolen auch mit roter Farbe an der Fensterfassade und an der Fassade eines Parteibüros in der Wolliner Straße in Berlin-Gesundbrunnen beschmiert. Ein Parteibüro in der Münsterländerstraße in Berlin-Rummelsburg wurde mit schwarzer Farbe beschmiert.

Die Ausschreitungen stehen im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Räumung des Dorfes Lützerath. Die Stadt Nordrhein-Westfalen soll abgerissen werden, damit der Energiekonzern RWE die Kohle darunter ausgraben kann.

Auf das Schaufenster eines Ladens in der Nähe des Hackeschen Marktes wurde ein gelbes X gemalt

Foto: Fabian Sommer/dpa

Kürzlich rief eine linksradikale Website dazu auf, “den Kampf zur Verteidigung Lützeraths auch auf Ballungsräume auszudehnen”. Darin hieß es auch: „Wir können unsere Wut auch hier in Berlin gemeinsam auf die Straße tragen.“

Der Staatsschutz des Landeskriminalamts hat die Ermittlungen übernommen.

Die Räumung von Lützerath wurde gestoppt, berichten Aktivisten aus dem Tunnel

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