„Wenn das Mutterland ruft, gehe ich“ Der frühere Boxweltmeister Walujew erhält Armeepost
30.09.2022, 05:18 Uhr
Noch vor der Teilmobilisierung von Präsident Putin erhielt ein Mitglied der Duma Post vom Militär: der frühere Boxweltmeister Valuyev. Sie ist bei der zuständigen Beschaffungsstelle einzureichen. Wird dies zu einer Frontoperation in der Ukraine führen? Auf jeden Fall ist Valuyev patriotisch.
Der frühere Boxweltmeister und aktuelle Duma-Abgeordnete Nikolai Valuyev erhielt Post von der Armee. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur TASS erhielt Valuyev noch vor der Anordnung einer Teilmobilmachung eine Vorladung zum Wehrdienst. Dem Bericht zufolge sagte Valuyev, er werde “nach den Plenumswochen” das militärische Registrierungs- und Rekrutierungsamt besuchen.
Valuyev hat den Anruf auf seinem Telegram-Kanal gepostet. Darin wird er aufgefordert, sich am 15. September zum Militärdienst in St. Petersburg zu melden. Dabei soll es sich um Änderungen ihrer Zulassungsdokumente handeln. Allerdings ist das Datum bereits verstrichen. “Ich werde nach den Plenarwochen beim Militärregistrierungs- und Rekrutierungsamt sein”, sagte der Parlamentarier patriotisch: “Wenn das Vaterland ruft, gehe ich.” Es war jedoch nicht klar, ob er einen Einsatz im Ukraine-Krieg meinte.
Der 2,13 m große Valujew war WBA-Weltmeister von Dezember 2005 bis April 2007 und von August 2008 bis November 2009. Er hat 53 Profikämpfe und 50 Siege, davon 34 durch Ko. In seinem letzten Kampf verlor er seinen WM-Titel im November 2009 indem er nach Punkten gegen David Haye verlor. 2011 wurde er zum Mitglied der russischen Staatsduma gewählt; im folgenden Jahr beendete er seine Profikarriere. Valujew sitzt als Mitglied von Putins Partei Einiges Russland in der Duma. Diese hat im russischen Parlament eine überwältigende Mehrheit.
Das derzeit dominierende Thema in Russland ist die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin in der vergangenen Woche angeordnete Teilmobilmachung für den Krieg in der Ukraine. Laut Kreml sollen nun 300.000 Reservisten in die russische Armee eingezogen werden. Zehntausende Russen sind daraufhin ins Ausland geflohen, vor allem nach Georgien, Kasachstan und in die Mongolei.