Veröffentlicht am 30. November 2022, 15:51 Uhr
Gran Canaria: Drei Männer überleben elf Tage und 4600 Kilometer am Steuer eines Schiffes
Elf Tage dauerte die Reise von Lagos nach Las Palmas auf Gran Canaria. Alle drei Männer sollen an Dehydrierung und Unterkühlung gelitten haben.
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Elf Tage und mehr als 4.600 Kilometer auf See: Drei Nigerianer am Steuer des Öltankers „Alithini II“.
Twitter-Screenshot
Der Tanker verließ Lagos in Nigeria mit seinem Endziel Las Palmas auf Gran Canaria.
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Das ist es, worum es geht
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Die Männer hatten Symptome von Dehydrierung und Unterkühlung gezeigt.
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Sie wurden sofort in ein Krankenhaus gebracht, einer ist noch da.
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Migranten haben in der Vergangenheit versucht, als blinder Passagier auf Handelsschiffen zu den Kanarischen Inseln zu gelangen.
Nach Angaben der spanischen Seenotrettung sind drei Migranten mit einem Öltanker von Nigeria auf die Kanareninsel Gran Canaria gereist. Die Organisation Salvamento Marítimo teilte mit, die Männer seien im Hafen von Las Palmas an Bord der „Alithini II“ entdeckt worden. Sie zeigten Symptome von Dehydrierung und Unterkühlung und wurden in Krankenhäuser auf der Insel gebracht.
Mehr als 4600 Kilometer auf hoher See
Migranten haben in der Vergangenheit versucht, als blinder Passagier auf Handelsschiffen zu den Kanarischen Inseln zu gelangen. 2020 erzählte ein 14-jähriger Junge aus Nigeria der spanischen Zeitung „El País“ von seiner zweiwöchigen Reise an der Spitze eines Schiffes. Auch er war von Lagos aus gestartet.
Die Organisation, die von der spanischen Seeschifffahrtsbehörde abhängig ist, hat ein Foto veröffentlicht, das die drei Männer zeigt, die unter dem Schiffsrumpf am Steuer sitzen und mit ihren Füßen fast das Wasser berühren. Laut der Schiffsverfolgungs-Website MarineTraffic verließ das unter maltesischer Flagge fahrende Schiff die nigerianische Stadt Lagos am 17. November und kam elf Tage später am Montag in Las Palmas auf Gran Canaria an. Rund 4.600 Kilometer legte die „Alithini II“ zurück. Nach Angaben der Regierung stammten die Männer aus Nigeria.
Für den Rücktransport zuständiger Reeder
„Es ist nicht das erste Mal und es wird nicht das letzte Mal sein“, twitterte Txema Santana, Journalistin und Migrationsberaterin der Regionalregierung der Kanarischen Inseln. In diesen Fällen sei der Reeder für die Rückführung der Migranten an ihren Herkunftsort verantwortlich, teilte die Vertretung der spanischen Zentralregierung auf den Kanarischen Inseln mit.
Tausende Migranten und Flüchtlinge aus Nord- und Westafrika sind in den vergangenen Jahren ohne Einreisedokumente auf den Kanaren angekommen. Die meisten machen die gefährliche Atlantiküberquerung in überfüllten Booten von den Küsten Marokkos, der Westsahara, Mauretaniens und des Senegals aus. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums sind in diesem Jahr bereits mehr als 11.600 Menschen mit dem Boot auf den spanischen Inseln angekommen.
Nach Angaben der Delegation der spanischen Zentralregierung auf den Kanarischen Inseln befand sich einer noch im Krankenhaus, die anderen waren auf den Tanker zurückgebracht worden. Nach spanischem Recht ist der Schiffseigner für die Rückführung blinder Passagiere verantwortlich, wenn sie nicht asylsuchend und nicht minderjährig sind. Deshalb würden die drei, die auf Gran Canaria angekommen seien, nach Lagos zurückgebracht werden. Warum sich die Männer im Ruder versteckt hatten, wurde nicht verraten.
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(dpa/cast)