Arganbaum (Argania spinosa)
30. November 2022 16:34 Uhr Robert Klatt
Arganöl wird von den Berbern seit langem als Speiseöl, als Kosmetikum und in der Medizin verwendet. Mittlerweile belegen zahlreiche Studien die positive Wirkung des Öls.
Berlin, Deutschland). Arganöl wird aus den reifen Beeren des Arganbaums (Argania spinosa) durch mechanisches Pressen gewonnen. Der Arganbaum wächst ausschließlich im Südwesten Marokkos und Südostalgeriens im Souss-Massa-Draa-Gebiet, das 1998 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde.
Die in Arganien lebenden Berber nutzen das Pflanzenöl seit langem als Speiseöl, als Kosmetikum und in der Medizin. Wie die Studien zum Arganöl zeigen, konnte auch die Wissenschaft die positive Wirkung des Öls auf den Menschen nachweisen.
Arganöl reguliert den Blutfett- und Blutzuckerspiegel sowie den Blutdruck
Laut ihrer Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Nutrition Reviews haben Wissenschaftler der Universität Granada um Carmen Cabrera-Vique den Wert der bioaktiven Inhaltsstoffe von Arganöl als Nahrungsergänzungsmittel untersucht. Sie kamen zu dem Schluss, dass Pflanzenöl als „funktionelles Lebensmittel“ eingestuft werden sollte, das sich positiv auf die menschliche Gesundheit auswirkt.
Ausschlaggebend dafür ist der hohe Anteil an Linolsäuren, γ-Tocopherol, Sterolen und Caroninoiden, also Inhaltsstoffen, die mehreren Studien zufolge helfen, den Fett- und Blutzuckerspiegel zu regulieren und eine Erhöhung des arteriellen Drucks bewirken. Die Metastudie lieferte auch Hinweise darauf, dass Inhaltsstoffe in Arganöl helfen könnten, Krebs vorzubeugen. Dieser therapeutische Effekt muss laut Cabrera-Vique noch in weiteren Studien untersucht werden.
Einfluss von Arganöl auf die kardiovaskuläre Gesundheit
Laut einer Veröffentlichung im Fachblatt Pharmacological Research untersuchten Forscher um Abdelouahed Khalil von der University of Sherbrooke, ob und wie Arganöl das Herz-Kreislauf-System beim Menschen beeinflusst. Sie stellten die Hypothese auf, dass sich das Öl positiv auf die kardiovaskuläre Gesundheit auswirkt, da es oxidativen Stress reduziert, den Cholesterinspiegel senkt und Arteriosklerose vorbeugen kann.
Neben den wissenschaftlichen Studien analysierte das Team für ihre Meta-Studie auch traditionelle Heilmethoden und Berichte von Berbern. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Inhaltsstoffe von Arganöl das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arteriosklerose verringern können.
Antioxidative Eigenschaften von Arganöl
Die antioxidative Wirkung von Arganöl wurde in mehreren Studien von marokkanischen Wissenschaftlern untersucht. Laut Veröffentlichungen in den Fachzeitschriften Clinical Nutrition und Nutrition, Metabolism & Cardiovascular Diseases reduzieren Tocopherole, Sterole und Polyphenole, die in kaltgepresstem Arganöl in hohen Konzentrationen vorkommen, die Bildung freier Radikale und senken die Blutfettwerte.
Experimente mit Probanden haben gezeigt, dass Arganöl in der Nahrung die Versorgung mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren und den Cholesterinspiegel verbessert. Außerdem nimmt der Körper antioxidative Vitamine besser auf. Studien belegen erneut, dass Arganöl sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt und das Öl stark antioxidativ wirkt.
Arganöl in den Wechseljahren
Während und nach den Wechseljahren wirkt sich eine Nahrungsergänzung mit Vitamin E positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Frau aus. Eine im Journal of Agricultural Science and Technology veröffentlichte Studie zeigt, dass Frauen, die regelmäßig Arganöl über ihre Ernährung zu sich nehmen, einen höheren Vitaminspiegel im Blut haben. Diese Wirkung ist den Autoren zufolge darauf zurückzuführen, dass Arganöl die Aufnahme von Vitamin E aus der Nahrung deutlich verbessert. In den Wechseljahren kann marokkanisches Pflanzenöl helfen, typische Symptome zu reduzieren und das Wohlbefinden und die Gesundheit zu verbessern.
Nutrition Reviews, doi: 10.1111/j.1753-4887.2012.00478.x
Pharmakologische Forschung, doi: 10.1016/j.phrs.2006.02.004
Klinische Ernährung, doi: 10.1016/j.clnu.2004.03.003
Ernährung, Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, doi: 10.1016/j.numecd.2004.08.005
Zeitschrift für Agrarwissenschaft und -technologie, doi: 10.17265/2161-6264/2015.05.007