Möglicher Konflikt um Taiwan Japan rüstet Chinas Inseln auf
01.07.2023 03:32
Die Angst vor einem chinesischen Angriff auf Taiwan veranlasst auch die Nachbarländer in der Region zu Vorsichtsmaßnahmen. Einem Bericht zufolge plant Japan, Dutzende von Munitions- und Waffendepots auf Inseln in China zu errichten.
Einem Medienbericht zufolge erwägt Japan die Errichtung von Dutzenden Munitions- und Waffendepots auf chinesischen Inseln, um sich auf einen möglichen Konflikt um Taiwan vorzubereiten. Japans Streitkräfte, die mit der Verteidigung der Inseln des Landes gegen China beauftragt sind, hätten besseren Zugang zu Nachschub, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei Asia unter Berufung auf Überlegungen des japanischen Verteidigungsministeriums.
Japan habe derzeit landesweit etwa 1.400 Munitionsdeponien, aber 70 Prozent davon seien auf der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido, mehr als 2.000 Kilometer von den japanischen Inseln im Chinesischen Meer entfernt, sagte er. Das Verteidigungsministerium schätzt, dass Japans Bodentruppen in den nächsten zehn Jahren etwa 90 zusätzliche Munitionsdepots benötigen werden. Die Marine benötigt außerdem etwa 40 weitere solcher Lager.
Ein Vorschlag sieht den Bau von fast 70 Munitionsdeponien in den nächsten fünf Jahren vor, berichtete die Zeitung. Die neuen Depots würden auf Inseln errichtet, die sich von der Südspitze der südwestlichen Hauptinsel Kyushu bis nach Taiwan erstrecken. Die Regierung von Tokio werde diesbezüglich Gespräche mit den lokalen Behörden und den Inselbewohnern aufnehmen, sagte er.
Japan vollzieht derzeit einen historischen Wandel in seiner Sicherheitspolitik und will seine Verteidigungsausgaben massiv erhöhen. Der Verteidigungshaushalt wird statt wie bisher zwei Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes betragen. Der Kurswechsel erfolgt inmitten dessen, was die Regierung von Tokio als das „ernsthafteste und komplizierteste“ Sicherheitsumfeld seit dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Laut einem neu verabschiedeten Sicherheitsdokument stellt Chinas Militärpräsenz in der Region „die größte strategische Herausforderung“ aller Zeiten dar. Ähnlich formuliert es Japans Schutzmacht USA.